Bad Oldesloe : Zweiter Anlauf für Filtertest

Die neue Membranfiltration im Oldesloer Hallenbad muss ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.
Die neue Membranfiltration im Oldesloer Hallenbad muss ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Das Travebad lädt Schulen zum kostenlosen Baden ein. Eltern meckern auf Facebook über diese Aktion.

Andreas Olbertz. von
13. Januar 2018, 08:00 Uhr

Die Stadtwerke haben dazugelernt: Nachdem ein im Dezember geplanter Belastungstest der Filteranlage im Travebad mangels Besuchern abgesagt werden musste, wird jetzt ein neuer Anlauf gestartet. Aber diesmal ausschließlich mit geladenen Gästen. Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl: „Wir haben die Oldesloer Schulen angesprochen und alle nehmen teil.“ Doch gegen die Einladung, kostenlos schwimmen zu können, regt sich auf Facebook Protest.

Da wird Angst vor Keimen geschürt, Verantwortungslosigkeit angeprangert und gefragt: „Muss man jetzt rechnen , dass eventuell ab Montag unsere Kinder krank wieder nach Hause kommen?“ Munter wird drauf los kommentiert und schon mal angekündigt, dass man sein Kind Montag nicht zu Schule schicken werde. Jürgen Fahl ist einigermaßen entsetzt: „So ein Quatsch, das ist alles Blödsinn. Da laufen Dinge durch die Netzwerke, die nicht sachlich sind.“ Ausdrücklich betont er, dass es nicht den geringsten Grund gibt, von einer Gefährdung auszugehen. „Ansonsten dürften wir das nicht machen“, so Fahl.

Jedes Schwimmbad mit neuen Filtern ist gut beraten, mit einem Belastungstest die Leistungsfähigkeit der Anlage unter Beweis zu stellen. Das hat auch das Travebad 2014 gemacht. Da aber im Oldesloer Technikkeller eine neue Filterart zum Einsatz kommt, wurde ein zweiter Belastungstest vereinbart und auch in der Baugenehmigung festgeschrieben. „Den werden wir bestehen, ich habe da gar keine Zweifel“, sagt Ingenieur Fahl. Seinen Optimismus stützt er auf die bisherigen Laborwerte.

Die neue Technologie wird von der Uni Kiel begleitet. Dr. Axel Matthiessen ist der zuständige Laborleiter. Wie er erklärt, werde das Oldesloer Hallenbad seit vier Jahren regelmäßig alle zwei Wochen beprobt. Das sei doppelt so häufig wie in anderen Schwimmbädern. „Wenn man so häufig probt, würde man auch mal einen Ausreißer erwischen und was finden“, erklärt Matthiessen: „Trotzdem hatten wir immer gute Werte.“ Lediglich bei einer einzigen Probe sei eine einzelne Legionelle auf 100 ml Beckenwasser gefunden worden. „Eine Legionelle tut nicht weh“, sagt der Experte des UKSH. Es müssten kleinste Tröpfchen tief in die Lunge eingeatmet werden, um Schaden anrichten zu können. Das sei im Wasser kaum möglich. Unter 100 gelten deshalb als „unproblematisch“.

Anders sehe es bei Duschen aus. Dort werde feiner Wasserdampf produziert und es könnte etwas eingeatmet werden. „Aber die Duschen sind jetzt ja auch saniert“, so Matthiesen. Die mikrobiologische Untersuchungen im Travebad hätten nie auffällige Werte ergeben

„Das grenzt an Trinkwasserqualität“, ist Dr. Matthiessen deshalb überzeugt. Erkrankungen wegen schlechtem Badewasser habe er noch nicht erlebt.

Auch wenn die Wogen der Empörung auf Facebook hoch schlagen, aus den Schulen sind keine negativen Rückmeldungen bekannt. Im Gegenteil. „Ich habe keine Beschwerden bekommen“, sagt beispielsweise TSS-Rektorin Barbara Richter-Conrad: „Für uns ist das eine tolle Gelegenheit noch mal zu schwimmen, ohne was bezahlen zu müssen. Das ist eine nette Klassenaktivität.“ Sie begrüßt es ausdrücklich, von den Stadtwerken für diese Aktion angefragt worden zu sein. Auch an der Grundschule West gab es keinen Protest. Monika Miloloza: „Es gab keine Elternreaktionen und die Kinder freuen sich.“

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