Saisonrückblick : Zweifel, Siege und viel Spaß

Kerstin Albrecht und der SV Preußen Reinfeld haben mit 28:24 Punkten im Oberliga-Premierenjahr einen nicht zu erwartenden sechsten Tabellenplatz errungen.
Kerstin Albrecht und der SV Preußen Reinfeld haben mit 28:24 Punkten im Oberliga-Premierenjahr einen nicht zu erwartenden sechsten Tabellenplatz errungen.

Reinfelds Handballerinnen blicken als Stormarns „Mannschaft des Jahres“ auf eine turbulente Saison zurück

shz.de von
15. Juni 2018, 18:00 Uhr

Die Selbstzweifel vor dem Saisonstart waren groß. Es drohte sogar die Abmeldung der Mannschaft. Am Ende spielten die Handballerinnen vom SV Preußen Reinfeld eine bemerkenswerte erste Oberliga-Saison.

Als Sechster hat sich der Aufsteiger gleich im Premierenjahr in der Spielklasse seine Sporen verdient. Trainer Detfred Dörling erinnert sich noch genau an die Sommervorbereitung, in der er unzählige Gespräche führen musste. „Ich habe es letztlich doch noch geschafft, dass alle Mädels mit genug Selbstvertrauen in die Saison gegangen sind. Über die Hälfte der Truppe wollte das Handtuch schmeißen“, blickt der 63-Jährige zurück.

Die Erwartungen waren nicht sonderlich hochgesteckt. Der Klassenerhalt war das ausgegebene Ziel und das war auch gut so. Der Saisonstart sollte gleich ein Statement zur Rollenverteilung in der Spielklasse sein. Sowohl gegen den am Ende unbesiegten Meister SC Alstertal-Langenhorn als auch gegen den AMTV Hamburg setzte es deutliche Niederlagen. „Mit den beiden Pleiten haben wir gerechnet. Diese Spiele waren Lehrstunden für uns“, sagt Dörling. Danach entfachte in Reinfeld aber ein Feuer, das in den folgenden Wochen gar nicht zu löschen war.

Der Aufsteiger fuhr insgesamt sieben Siege hintereinander ein und rockte die Liga. Neben dem nötigen Quäntchen Glück bescheinigt Dörling seiner Mannschaft einen unglaublichen Zusammenhalt, der die Gegner teilweise vor unlösbare Aufgaben gestellt hat. Dies sei neben der robusten Abwehrarbeit der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Die Mannschaft ist bei uns der Star. Ein Blick auf unsere Torschützenliste belegt dies deutlich“, so Dörling. Anders als bei manch anderen Teams ragt keine Spielerin mit ihren erzielten Treffern heraus. Dank der mannschaftlichen Geschlossenheit hatte der SVP aber auch frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Die Last ist auf viele verschiedene Schultern verteilt worden. Die 600 geworfenen Tore sind jedoch eine Stellschraube, an der Dörling zu drehen hat. Dies soll sich in der kommenden Spielzeit bessern. Insgesamt will Reinfeld offensiver auftreten.

Was den 63-Jährigen persönlich antreibt, Jahr für Jahr weiterzumachen, erklärt der Übungsleiter wie folgt: „Mir macht die Arbeit einfach enorm viel Spaß. Handball ist ein toller Sport und die Mädels nehmen meine Trainingsmethoden super an. Ich denke, wir haben eine vernünftige Balance aus Kraft, Ausdauer, Stabilisation und Spiel in unseren Einheiten.“ Seiner Meinung nach habe die Mannschaft in der abgelaufenen Saison einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Kreisläuferin und Abwehrchefin Kerstin Albrecht beispielsweise sei in eine noch größere Führungsrolle geschlüpft. Linksaußen Laura Beth konnte konstanter ihr Potenzial abrufen.

Das nächste Projekt des Stormarner Teams wird zunächst das Finden einer neuen sportlichen Heimat sein. Aktuell herrschen bei Heimspielen, aufgrund von fehlenden Zuschauerrängen, Platzmangel und Sichtprobleme. Eine Kooperation mit Bad Oldesloe kam nicht zustande. Alternativ bemüht sich Dörling nun um die Halle in Bargteheide. Dort werden mit Beginn der anstehenden Saison einige Trainingseinheiten absolviert. Sogar ein paar Punktspiele sollen dort ausgetragen werden.

„Ich hoffe, dass wir uns auf diese Weise aufeinander zubewegen. Ein neuer Spielort mit vernünftigen Zuschauerrängen wäre wichtig“, sagt Coach Dörling, der den Reinfelder Erfolgsweg auch in der kommenden Saison fortsetzen möchte.

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