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Stormarner Tageblatt

25. November 2017 | 01:19 Uhr

Ahrensburg : Zwei Weltmarktführer als Beispiel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Basler AG und Job Thermo Bulbs in Ahrensburg konnten innovative Technologien auch dank EU-Förderung entwickeln. Wirtschaftsminister Meyer (SPD) stattete den Unternehmen einen Besuch ab.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 16:49 Uhr

Zwei erfolgreiche Unternehmen, die ihre Marktführerschaft mit Fördermitteln ausgebaut haben: Das sind Erfolgsgeschichten, die man gerne präsentiert. Und da Ahrensburg mit der Basler AG und Job Thermo Bulbs zwei innovative Weltmarktführer hat, war die Schlossstadt Ziel von Erich Unterwurzacher aus der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission.

„Europa in meiner Region“ heißt die Aktion, bei der man zeigen will, „was Europa Gutes tut für Schleswig-Holstein für die Region, und was wir mit den Fördergeldern machen“, so Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Basler war mit Inspektionssystemen groß geworden. Als das Geschäft schlecht lief, wäre die Firma fast Pleite gegangen, „weil wir als junges Unternehmen immer Probleme mit der Eigenkapital-Finanzierung hatten“, so der Gründer und heutige Aufsichtsratchef Norbert Basler.

Das Unternehmen erfand sich um die Jahrtausendwende neu und hat sich die Technologie-Führerschaft bei digitalen Industriekameras erarbeitet. Bis auf einen Einbruch im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 ist der Umsatz stetig gewachsen. 2008 lag er bei 85,4 Millionen Euro, dieses Jahr sollen es 90 Millionen sein.

Die Einsatzbereiche der digitalen Kameras sind unerschöpflich. Verkehrsführung und -überwachung, Industrie-Automation, Kassensysteme, Labor-Analyse. Basler-Produkte stecken in Blitzer- und Torlinienkameras. 60 Prozent der Wertschöpfung läuft über die Software, Basler produziert in Ahrensburg und Singapur aber auch eigene Hardware.

Zum Beispiel die Zeilen-Kamera für Produktionsüberwachung, die mit Fördergeldern entwickelt wurde. 700  000 der 2,9 Millionen Euro kamen aus dem EU-Fonds für Regionale Entwicklung (Efre). Zwei Millionen Euro wurden in einem Projekt mit Jungheinrich bislang in die Entwicklung einer 3-D-Kamera investiert, die mit acht LEDs ausgestattet ist aus dem reflektierten Licht Entfernungen zu Objekten berechnet. Sie soll zunächst im Logistik-Bereich eingesetzt werden, nicht nur bei Jungheinrich. Basler: „Wir haben für Amazon schon 350 Prototypen gebaut.“ Mittelfristig soll die echte 3D-Kamera Stereo- oder Laserkameras ersetzen – in der industriellen Produktion ebenso wie in selbstfahrenden Autos.

Mittlerweile hat Basler wieder mehr als 500 Mitarbeiter in Ahrensburg. Weil man jedes Jahr um zehn bis 15 Prozent wachsen möchte, soll erweitert werden.

Bei Job Thermo Bulbs wird bereits am Erweiterungsbau gearbeitet, der ab August bezogen werden soll. Das von Norbert Job 1971 gegründete Unternehmen stellt Glasampullen für Sprinkleranlagen her. Mit ihren patentierten Thermo Bulbs setzten die Ahrensburger den Industriestandard. „1995 waren wir erstmals Weltmarktführer. Heute liegt unser Marktanteil bei 79 Prozent“, so Bodo Müller, der die Job-Gruppe gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Götz Gieselmann leitet.

80 Millionen Ampullen – „Schlüsselelemente jeder Sprinkleranlage“ – werden pro Jahr in Ahrensburg hergestellt. Sie müssen bei bestimmten Temperaturen oder Drücken auslösen und über Jahrzehnte funktionieren. „Wir haben null Reklamationen“, sagt Müller, „jede Fehlauslösung kostet den Kunden im Schnitt eine Millionen Dollar. Aber unser Produkt funktioniert immer.“

Mit 94  000 Euro Efre-Förderung hat das Unternehmen eine Glasziehanlage entwickelt, mit der das Spezialglas für die Thermo-Bulbs in höchster Präzision gefertigt werden kann, „was uns auch in die Lage versetzt hat, neue Produkte zu generieren“, so der Geschäftsführer.

86  000 Fördermittel erhielt die Firma für die Entwicklung von Brandschutz für Fotovoltaikanlagen. Das Produkt ist noch nicht auf dem Markt, „aber schon aus der Entwicklung heraus haben wir einen kleinen Blumenstrauß an Produkten kreiert“, so Müller. Zum sei man nun in der Lage, verschiedene Glasarten verarbeiten: „Wir sind zuversichtlich, weitere Marktsegemente zu erschließen und künftige Anforderungen in der Elektronik-Industrie zu erfüllen. Die Fördergelder haben sich bei uns in Arbeitsplätzen niedergeschlagen.“

Aus allen EU-Fördertöpfen fließen laut Minister Meyer. zwischen 2014 und 2021 fast 800 Millionen Euro nach Schleswig-Holstein. Im Efre-Programm sind es 270 Millionen, die weitere Investitionen in Höhe von 380 Millionen Euro auslösen würden, so Unterwurzacher. Basler und Job seien zwei potente und innovative Unternehmen, insgesamt könne man in Schleswig-Holstein aber noch mehr für Forschung und Entwicklung tun, so der Wirtschaftsminister und der EU-Kommissionsdirektor.

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