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Ahrensburg : Zwei Jahre sechs Monate Haft für den Brandstifter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein 24-Jähriger aus Bad Oldesloe stand noch unter Bewährung, wegen mehrerer Brandstiftungen wurde er jetzt erneut verurteilt.

Zwei Jahre und sechs Monate Haft hat das Schöffengericht in Ahrensburg gegen Edwin T. (Name geändert) verhängt. Der 24-Jährige aus Bad Oldesloe wurde wegen Brandstiftung, Fahren ohne Führerschein, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilt.

Am schwersten wog für das Gericht eine Brandstiftung in der Breslauer Straße in Bad Oldesloe, bei der drei Menschenleben unmittelbar bedroht waren (wir berichteten). Ein Carport war in Flammen aufgegangen. Der Vater eines Neugeborenen wachte im direkt darüber liegenden Schlafzimmer auf, und versuchte sein bereits brennendes Auto herauszufahren. Die Flammen waren im Begriff, auf den Dachstuhl des Hauses überzuschlagen.

Vor Gericht sagt der Zeuge aus, der den Angeklagten bei einer Serie von Brandstiftungen begleitet und dabei geholfen hatte. „Wir haben Musik gehört und gespielt. Dann hatten wir Langeweile.“ So seien sie mit dem frisierten Mofa des Angeklagten nach Pölitz gefahren, wo er einen zweiten Roller entwendete. Danach gingen sie zu Fuß durch die Kreisstadt und legten Feuer an diversen Papiertonnen. Auch eine Baustellentoilette bei der Stadtschule ging in Flammen auf.

„Guck mal, wie schön das qualmt“, soll der Angeklagte geschwärmt haben. Er sei an den Brandstiftungen aktiv beteiligt gewesen, gibt der 18-Jährige zu. Den letzten Papiercontainer zündeten sie in der Nähe der Wohnung von Edwin T. an. „Wir haben vom Fenster aus den Einsatz der Feuerwehr beobachtet.“ Die Taten hätten sie auch verübt, um die Polizei in Schach zu halten. „Damit ich in Ruhe mit dem geklauten Roller nach Hause fahren konnte.“ Den Roller habe er später umgespritzt, bevor die Polizei ihn bei einem Freund beschlagnahmte.

„Heute haben sie mehr eingeräumt als bei früheren Vernehmungen“, sagt der Vorsitzende Richter. „Man muss für den Mist einstehen, den man baut“, entgegnet der Zeuge. Erstmals äußert sich der Angeklagtes im Verfahren: „Ich musste Geld verdienen, um meine Wohnung halten zu können.“

Und dann ist da noch das verbotene Einhand-Messer, das bei Edwin T. gefunden wurde. Richter Ulf Thiele demonstriert, wie sich das Beweisstück mühelos mit einer Hand öffnen lässt. „Bei mir ging das nicht“, beteuert Edwin T. Bei diversen Kontrollen habe die Polizei das Anglermesser nicht beanstandet.

Die Staatsanwältin beantragt zwei Jahre und neun Monate Haft. Die Verteidigerin bezweifelt die Glaubwürdigkeit des Zeugen. Sie stellt keinen konkreten Antrag, aber das Strafmaß der Staatsanwaltschaft sei zu hoch.

Dann fällt aus Urteil (2 Jahre 6 Monate Haft) mit diesem Hinweis: „Sie können sich glücklich schätzen, dass das Baby in der Breslauer Straße die Bewohner weckte“, mahnt der Richter. Wären Menschen durch das Feuer zu Schaden gekommen, hätte Edwin T. ein weitaus höheres Strafmaß mit etlichen Jahren Freiheitsentzug zu erwarten.

Da der Angeklagte einschlägig vorbelastet ist und die Taten unter noch laufender Bewährung beging, könne diese Strafe nicht mehr ausgesetzt werden. Auch von Reue, Einsicht oder einem Geständnis könne keine Rede sein. Eine Strafverbüßung sei deshalb unerlässlich. Edwin T. muss außerdem die Kosten des Verfahrens tragen.



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