Stapelfelder Sportplatzstreit : Zwei gegensätzliche Bürgerbegehren

Jürgen Westphal
Jürgen Westphal

Die Kommunalaufsicht hat die konkurrierenden Bürgerbegehren für zulässig erklärt. Sportplatzumbau oder Neubau an anderer Stelle?

shz.de von
31. Januar 2015, 06:00 Uhr

Es wird spannend in Stapelfeld. Zwei konkurrierende Bürgerbegehren wurden jetzt von der Kommunalaufsicht für zulässig erklärt. Die eine Initiative spricht sich gegen einen Neubau des Sportplatzes „Am Drehbarg“ aus, die zweite um den Vorsitzenden des VSG Stapelfeld (Verein für Sport und Gemeinschaftspflege von 1968) plädiert für den Umbau des Platzes.

Ursprünglicher Auslöser des Konflikts ist die Bebauung des bisherigen, von der Grundschule und vom Verein genutzten Sportplatzes „Am Ecksoll“. Der B-Plan 5 ist inzwischen rechtskräftig, der Verkauf der Grundstücke läuft an. Von vornherein gab es hier Streit, weil befürchtet wurde, der verbleibende Sportplatz sei zu klein für den Sportunterricht der Grundschüler. Inzwischen wird unter den Gemeinden des Schulverbands (Stapelfeld, Braak und Brunsbek) aber schon ein Neubau der Schule an anderer Stelle diskutiert, da auch das Gebäude sanierungsbedürftig ist. Dann entstünde auch ein neuer Sportplatz.

Die Gemeinde plante daher den Umbau des Platzes „Am Drehbarg“. Darüber freut sich der Sportverein, denn: „Der Umbau des Platzes ist für den Verein existenziell wichtig. Wir möchten einen Kunstrasenplatz mit umlaufender Laufbahn. Der kann dann ganzjährig genutzt werden, der bisherige Platz an der Schule nur ein paar Monate“, argumentiert Rainer Matzanke, Vorsitzender des VSG Stapelfeld, der etwa 570 Mitglieder hat. Neun Mannschaften nutzen derzeit den Platz Drehbarg. Zudem werden jährlich 220 Sportabzeichen abgenommen. Zudem sei die Pflege nur eines Platzes einfacher.

Die Bürgerinitiative um Gerhard Schack dagegen sieht die Sicherheit der Kinder gefährdet und sieht den Sportplatzumbau als Steuerverschwendung an. Zum Sportplatz Drehbarg müssten die Kinder einen etwa 15-minütigen Weg zurücklegen. „Das führt zu Einschränkungen des Sportunterrichts“, befürchtet Schack. Die Initiative möchte daher den vorhandenen Platz erhalten und sanieren. Zudem bemängelt Gerhard Schack diverse Verfahrensfehler: Mehrere Anträge seien vom Amt nicht beantwortet worden, und es gebe Fehler im Protokoll der Gemeinderatssitzung sowie im Abwägungsbescheid zum B-Plan Ecksoll. „Ich verweise auf die Anweisung der Kommunalaufsichtsbehörde vom 20.8.2014 an die Gemeinde Stapelfeld, ab sofort alles zu unterlassen, was eine spätere Umsetzung des mit dem Bürgerbegehren verfolgten Anliegens beeinträchtigen könnte“. Dazu sagt Bürgermeister Jürgen Westphal (WGS): Es wird im Moment nichts Neues beschlossen. Das Verfahren läuft, es wird nicht gestoppt, die eingeleiteten Maßnahmen laufen.

Die Frist für Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange lief am 23. Januar aus“. Am Montag, 2. Februar, 19 Uhr in der Kratzmannschen Kate, Reinbeker Straße 4, steht sowohl die Anhörung beider Vertretungsberechtigter der Bürgerbegehren als auch die Festlegung eines Termin zur Abstimmung darüber auf der Tagesordnung.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen