Schulgarten : Zwei Bieter für Grundstück am Stadion

Breiter Widerstand gegen Bebauungsabsichten.
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Breiter Widerstand gegen Bebauungsabsichten.

Der Kreis möchte einen Teil des Gartens der ehemaligen Landwirtschaftsschule verkaufen — angedacht sind eine Million Euro. Bauausschuss soll entscheiden.

Andreas Olbertz. von
04. September 2013, 06:00 Uhr

Die Bieterfrist für einen Teil des Grundstücks der ehemaligen Landwirtschaftsschule ist abgelaufen. Es gibt Interessenten. Wie der Chef des Kreisbauamts, Klaus Kucinski, gestern auf Nachfrage mitteilte, seien zwei Angebote eingegangen. Zu Namen oder Preisen wollte er sich nicht äußern: „Das werde ich am 11. September im nichtöffentlichen Teil des Bauausschusses tun.“

Nachdem der Architekt eines Investors bei der Kreisverwaltung vorstellig geworden war und Politik grünes Licht gegeben hat, hatte die Kreisverwaltung einen Vermarktungsversuch für den Westteil des Grundstücks (ohne das Schulgebäude) gestartet. „Das heißt nicht, dass wir unbedingt verkaufen müssen“, stellt Kucinski klar. Er spricht von „Markterkundung“. In einer Immobilienanzeige im Internet hatte der Kreis die Erwartung geäußert, für das Grundstück eine Million Euro zu bekommen. Neben dem Kaufpreis ist aber auch die „städtebauliche Idee“ des Investors ausschlaggebend. Da es sich um „Tafelsilber des Kreises“ handelt, haben die Kreistagsabgeordneten in der Angelegenheit das letzte Wort.

Aber selbst wenn die Kreispolitiker von den Vorstellungen des Investors begeistert sein sollten, hat das keinerlei Bedeutung für die Bebauung. Bislang darf auf dem etwa 6000 Quadratmeter großen Grundstück nur gebaut werden, wenn sich das Vorhaben in die Umgebung einfügt. Klaus Kucinski macht unmissverständlich klar: „Wer mehr will, braucht einen Bebauungsplan.“ Die Planungshoheit dafür liegt unbestritten bei der Stadt. „Jeder Bieter weiß, worauf er sich einlässt“, so Kucinski. Um das Risiko für den Investor zu verkleinern müssen bei einem eventuellen Kaufabschluss erst mal nur drei Prozent des Preises überwiesen werden. Kommt kein Baurecht im Sinne des Investors zustande, war es das – die Anzahlung wird nicht erstattet.

Gegen Verkauf und Bebauung des Areals macht sich eine Anliegerinitiative stark. Sie hat herausgefunden, dass der bekannte Gartenarchitekt Max Karl Schwarz die Anlage seinerzeit angelegt hat.

>Der Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss tagt am Mittwoch, 11. September, ab 18 Uhr in Gebäude F, Mommsenstraße 14, am Bahnhof.

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