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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 17:46 Uhr

Reinfeld : Zurück zu den eigenen Wurzeln

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Generationswechsel im Reinfelder Kammerchor: Tim Karweick (35) löst Detlev Andresen (79) am Taktstock ab.

Detlev Andresen hatte den Generationswechsel im Reinfelder Kammerchor bereits im Frühjahr angekündigt. Jetzt ist es offiziell. Er übergibt den Dirigentenstab an den 35-jährigen Tim Karweick aus Lübeck. „Mit 79 Jahren sollte man auch Jüngeren die Chance auf die Chorleitung geben“, sagt er und ist überzeugt, mit Tim Karweick den richtigen Nachfolger gefunden zu haben. Andresen, der seit 1957 den Traditionschor mit seinen inzwischen 70 Mitgliedern leitet und so manch großes Werk zur Aufführung brachte, will etwas kürzer treten, privat „endlich wieder Klavier spielen“ und natürlich den 20-köpfigen Männergesangsverein Arion weiterführen.

Tim Karweick tritt in große Fußstapfen, freut sich aber sehr auf seine neue Aufgabe, bringt er doch als Sänger und Chorleiter eine Menge Erfahrung mit. Er hat an der Berliner Humboldt-Universität Musikwissenschaften studiert und absolvierte anschließend eine Ausbildung als Kirchenmusiker, spielt neben Klavier, Gitarre und Oboe selbstverständlich Orgel und ist Sänger aus Leidenschaft. Mit seiner Frau und seinen beiden Kinder kehrt er jetzt zu seinen Wurzeln zurück. „Meine Frau kommt aus Reinfeld, meine Schwiegereltern wohnen hier“, sagt er. Durch Bekannte wurde er auf den Kammerchor aufmerksam und bewarb sich schließlich um den Posten – mit Erfolg. „Wir hatten zwei hochqualifizierte Bewerber, was heutzutage nicht selbstverständlich ist“, freut sich der scheidende Chorleiter über den „Glücksgriff“.

„Ich habe den Kammerchor vorher schon gehört und war begeistert“. Gefreut habe ihn auch die hohe Zuschauerzahl beim Konzert: „Das ist ein Chor, der sehr gut läuft.“ Er sei auf der Suche nach einer Stelle als Chorleiter gewesen und freue sich sehr, einen so renommierten Chor übernehmen zu dürfen. Detlev Andresen wünscht sich, dass „sein“ Chor auch unter der Leitung von Tim Karweick weiter solche Erfolge feiern wird und dass durch den jungen Musiker neue Impulse und hoffentlich auch neue Mitglieder in den Chor kommen.

Das Ziel seines Nachfolgers ist es, den Chor erst einmal so weiterzuführen und später vielleicht ein anderes Programm auszuarbeiten. Karweick: „Ich finde mich im Kammerchor gut wieder und habe selbst schon viel in einem Chor gesungen.“ Er startet am Dienstag, 5. Januar, um 20 Uhr mit der ersten Chorprobe im neuen Jahr. Seine „Feuertaufe“ hat er mit der Schöpfung von Haydn im März 2016.

Detlev Andresen wird sich komplett aus dem Chor zurückziehen und dem „Neuen“ freie Hand lassen: „Zur ersten Probe im neuen Jahr werde ich nicht mehr erscheinen.“ Seinen Ausstand feiert er am 21. November mit einem Claudius-Konzert im Bildungszentrum. Im Oktober nächsten Jahres wird er noch einmal als Gastdirigent auf Rügen auftreten und hofft, dass Tim Karweick als Tenor mit von der Partie ist. Jede Menge musikalische Unterlagen wird Andresen in einem Schrank deponieren und seinem Nachfolger zur Verfügung stellen.

Vorsitzende Renate Meyer ist sich sicher, dass neue Ideen auch neue Mitglieder anziehen, die der Chor trotz seiner Größe dringend benötigt. Das Durchschnittsalter sei so um die 60 Jahre, so Andresen. Für Tim Karweick ist das kein Problem. Gemeinsames Singen schweiße die Generationen zusammen, da sei das Alter völlig nebensächlich. Alte und junge Stimmen passten ganz wunderbar zusammen.

Neben dem Kammerchor leitet Karweick zwei Chöre in Lübeck: den „Ohne-Noten-Chor“ und den Gewerkschaftschor. Außerdem singt er freiberuflich als Tenor in vielen Ensembles und bei Konzerten. Zwar sei er auf alte Musik-Werke von Johann Sebastian Bach und früher – spezialisiert, aber, so Karweick: „Was Musik angeht, macht mir eigentlich alles Spaß: vom Mittelalter bis zum Pop.“








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