Bad Oldesloe : Zurück in die Swing-Ära

Die Tanz-Premiere lief großartig. Im April folgt die Fortsetzung.
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Die Tanz-Premiere lief großartig. Im April folgt die Fortsetzung.

Ein neues Angebot kommt bestens an: Tanztee im Rathaussaal ausverkauft!

shz.de von
06. Februar 2018, 06:00 Uhr

Ein „Tanztee“ im Rathaussaal – das klingt eher ein wenig aus der Zeit gefallen. Dass es das aber auf keinen Fall ist, zeigte sich am Wochenende im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum. Zum Auftakt einer neuen, besonderen Kooperation hatten die Volkshochschule, das Kulturbüro der Stadt und die „Musikschule für Stadt und Land Bad Oldesloe“ ins Kub geladen, um in eben jenem, historischen Rathaussaal die Tanzbeine zu schwingen. Der Rahmen war dabei tatsächlich besonders altmodisch und zugleich doch topaktuell und modern.


„Die Resonanz freut uns natürlich sehr“

Dass so ein Angebot auf hohe Nachfrage stößt, zeigte sich darin, dass die Veranstaltung restlos ausverkauft war. Doch was steckt hinter dem neuen Konzept? „Wir hatten zusammen die Idee, dass man den Rathaussaal auf diese Art gut bespielen könnte. Es ist auch kein Konkurrenzangebot zu etablierten Tanzschulen. Die Resonanz freut uns natürlich sehr“, so Kub-Chefin Inken Kautter.

Getanzt wurde „Lindy Hop“ zu Swingklängen und so wurden die Teilnehmer zurück in die 1920er und 1930er Jahre „gebeamt“. Woher der Tanzstil seinen Namen hat, ist nicht so ganz klar, aber er gilt als der ursprünglichte Swingtanz und als ein Vorläufer von Rock’n’Roll, Jive und Co. Entstanden ist er in den Ballsälen New Yorks zu Klängen von Big Bands. Seine Elemente kommen aus dem Charleston, dem Stepptanz, aber auch aus anderen westafrikanischen und europäischen Einflüssen, die sich im damaligen kulturellen Schmelztiegel des „Big Apple“ vereinten. Sein Comeback feiert der Tanz nun bereits seit den 1980er Jahren. Es entstand kein großer Hype, aber die Anzahl der Fans des Tanzes wächst weiter und weiter an.

Nun ist der „Lindy Hop“ also auch in Bad Oldesloe angekommen. Die große Besonderheit an der neuen Veranstaltung ist aber, dass man zunächst eine Einführung in den Tanzstil erhält. Die Lübecker Tanzpädagogin, Tänzerin und Choreografin Doreen Fiedler alias „Fräulein Doreen“ führte mit einem einstündigen Crash-Kursus in die Grundlagen ein.

„Es ist nicht schlimm, ob man Vorkenntnisse hat oder nicht. Es kann auch als Auffrischung mitgemacht werden. Und wer das nicht möchte oder braucht, kann auch etwas später kommen“, erklärt Fiedler. Denn nach der Einführung darf dann so viel getanzt werden, wie man mag. Und das nicht zu Musik aus der Konserve, sondern begleitet von Christoph Wiatre am Klavier. Der Musiker, der auch als Lehrer an der Musikschule im Kub tätig ist, liebt die tanzbare Musik der 1930er bis 1950er Jahre und präsentiert sie stilecht.


Tanzbare Musik stilecht präsentiert

Da er selbst auch liebend gerne Lindy Hop und Rock’n’Roll tanzt, weiß er natürlich, welche Rhythmen und Klänge gefragt sind, damit die Teilnehmer auf der Tanzfläche in Stimmung kommen. Das gelang ihm auch bei der Premiere im Rathaussaal. Über zwei Stunden tanzten die Gäste begeistert auf dem Holzparkett. Alle Beteiligten freuen sich jetzt auf die Fortsetzung.

„Ich fände es natürlich schön, wenn sich so eine besondere Reihe bei uns etabliert. Man wird sehen, wie die Resonanz sich entwickelt. Aber der Auftakt war großartig. Dass es keine Tickets mehr gab, spricht für sich“, so Kautter. Die nächste Runde „Lindy Hop im Kub“ findet am 15. April ab 14.45 Uhr ( Einführungskursus mit Fräulein Doreen), 15.45 Livemusik mit Christoph Wiatre an Piano und Gesang, statt. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Tickets gibt es in der Oldesloer Stadtinfo im Kub.

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