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Rethwischer Kirchenabschied : Zurück bleibt wieder der Apfelbaum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eva Rincke wird nach zehn Jahren die Kirchengemeinde Rethwisch verlassen.

Vor zehn Jahren trat Eva Rincke in Rethwisch das Erbe von Pastor Joachim Malecki an und wurde Pastorin in der Christuskirche. Jetzt zieht es die 44-Jährige nach Kiel. Dort wird sie ihren neuen Arbeitsplatz bei der Nordkirche haben, deren Hauptsitz allerdings in der Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin, ist. Die Pastorin wird in Kiel als Referentin der Kirchenführung zuarbeiten.

Für die damals 34-jährige Eva Rincke war der Start in Rethwisch ein kleiner Umbruch in ihren Leben. Sie kam frisch aus dem Mutterschaftsurlaub, hatte gerade kirchliche Hochzeit und den Umzug in das Pastorat am Kirchberg. „Es war alles neu“, sagte sie. „Pastor Malecki hat mich in der Kirchengemeinde herum geführt, und ich habe dann einfach angefangen meine Sache zu machen“, so die 44-Jährige zu ihren Anfängen in Rethwisch. „Größe Fehler habe ich dabei wohl nicht gemacht, denn es hat sich niemand beklagt.“ Zu der Kirchengemeinde Rethwisch gehören auch die Gemeinden Meddewade, Pölitz und der Lasbeker Ortsteil Barkhorst.

„Es war nie mein Bestreben einen großen Wechsel herbei zu führen. Man soll, wofür man einen Auftrag bekommt, sich Mühe geben“, betont die Theologin. „Ich habe hier in all den Jahren vieles gelernt“, sagt sie. Besonders der Umgang mit den Menschen, egal ob Erwachsenen oder Kindern. Um die Kindergärten, die unter der Trägerschaft der Kirche stehen, hat sich Eva Rincke immer besonders gekümmert – egal ob politische Belange und die Betreuung der Jüngsten. So hat die Pastorin auch schon mal im Kindergarten eine Taufe vorgenommen.

Zu den von Eva Rincke eingeführten Neuerungen gehört unter anderem die Kürbissuppe im Pastorat zu Halloween. „Das ist ein großer Erfolg geworden“, sagt Eva Rincke. Die Rethwischer kamen an Halloween, der genau am Reformationstag ist, in das Pastorat und hinterließen für die Kinder, die Süßigkeiten sammeln wollten, einen Zettel an der Tür, wo sie zu finden sind. „Es war etwas ganz Besonderes, weil auch mein Mann immer mit dabei war, und wir eigentlich nur an diesem Tag in der Öffentlichkeit als Familie aufgetreten sind“, betont die Pastorin. Die Aktion Kürbissuppe zu Halloween fand immer mehr Anklang und Eva Rincke hofft, dass auch ihr Nachfolger (oder ihre Nachfolgerin) dieses Angebot beibehält.

Eines konnte die Pastorin in Rethwisch aber auch nicht ändern: den geringen Gottesdienstbesuch an normalen Sonntagen. „An Tagen mit besonderen Anlässen war die Christuskirche aber immer gut besucht“, blickt Eva Rincke zurück. Im Jahresdurchschnitt kam dann umgerechnet auch jeder Rethwischer rund vier Mal in die Kirche. „Das ist schon ein gutes Ergebnis“, sagt Eva Rincke.

Nach zehn Jahren jetzt etwas Neues zu beginnen, sei dann auch der richtige Zeitpunkt. Bei der im Jahr 2012 geschaffenen Nordkirche – eine Fusion der Kirche Nordelbischen mit der Landeskirche Mecklenburg-Vorpommern – wird sie als Referentin für die Kirchenführungen arbeiten. Eva Rincke wird alles zusammentragen und aufbereiten, was für die Arbeit dort wichtig ist. Daher wird sie auch viel unterwegs sein, nicht nur weil sie ihr Büro in Kiel hat und der Amtssitz der Nordkirche in Schwerin angesiedelt ist. Fehlen wird der Theologin gewiss der Pastorengarten in Rethwisch, denn in ihrem neuen Haus in Kiel ist kein Garten vorhanden.

Der Abschiedsgottesdienst für Eva Rincke findet am Sonntag, 30. August, um 15 Uhr in der Christuskirche Rethwisch statt. An diesem Tag wird sie von ihren Pflichten entbunden. Allerdings wird sie noch bis Ende des Jahres im Pastorat wohnen bleiben bis zu ihrem Umzug nach Kiel. Und später möchte sie trotz ihrer administrativen Aufgaben auch Gottesdienste halten. Eva Rincke: „Ich werde mich auf alle Fälle um einen Predigtaufrag bemühen.“



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