Zum Schutz des Bodens: Neue Technik im Test

Naturverbundenes Arbeiten: Jorin Handtmann und Torsten Bockler mit ihren Deutsch-Kaltblut-Pferden  „Locke“ und „Jiri“.
Naturverbundenes Arbeiten: Jorin Handtmann und Torsten Bockler mit ihren Deutsch-Kaltblut-Pferden „Locke“ und „Jiri“.

Revierleiter der Försterei Fohlenkoppel setzt auf den Einsatz von Rückepferden – und auf Fahrzeuge mit so genannten Bigfoot-Reifen

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21. März 2014, 10:47 Uhr

Zurzeit muss sich Matthias Wruck, Revierleiter der Försterei Fohlenkoppel, um Eschen kümmern, die vom Eschentriebsterben befallen sind und gefällt werden müssen. Eschen wachsen bevorzugt auf feuchteren und somit weicheren Standorten, die sehr empfindlich gegenüber Bodendruck sind – schwere Fahrzeuge können hier bei der Holzernte also nicht zum Einsatz kommen. Deshalb setzte Wruck in den vergangenen Wochen drei Rückepferde ein, um die gefällten Bäume aus den Waldbereichen an die Gassen zu bringen. Von den Gassen aus musste das Holz nun jedoch noch bis zum Abfuhrweg gebracht und am Wegesrand aufgestapelt werden.

Unter Leitung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) testet Matthias Wruck jetzt ein Fahrzeug, (Rückezug), das mit so genannten Bigfoot-Reifen ausgestattet ist. Diese etwa ein Meter breiten Räder reduzieren zusätzlich den Bodendruck, selbst im Vergleich zu den sonst bei den SHLF verwendeten Reifen, deren Breiten mit circa 70 Zentimetern auf dem hohen Standard liegen. „Der Vorteil der Bigfootreifen liegt in der Verteilung des Drucks auf eine noch breitere Fläche“, sagt Wruck.

Der Einsatz der Breit-Reifen befindet sich in der Einführungsphase und wird zurzeit in Deutschland getestet. Die Landesforsten möchten bei dieser Erprobung sehen, ob sich aus dem Einsatz neue Möglichkeiten ergeben können, den Sonderstandtorten in den Reinfelder Wäldern gerecht zu werden. „Wir möchten auf dem aktuellen Stand der Technik bleiben, um möglichst standortgerecht und bodenschonend zu wirtschaften“, sagt Simon Russell, Funktionsingenieur in der Technischen Produktion der Landesforsten.

Zum Startschuss der Testphase wurden auch Vertreter der Reinfelder Bürgerinitiative „Vivawald“ geladen, die die Waldpflegearbeiten der SHLF in der Vergangenheit kritisch begleitet haben.

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