Bad Oldesloe : Zukunftsfragen ungeklärt

„Nicht die schönste Ecke der Stadt“: Ausgeschlachteter Pkw.
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„Nicht die schönste Ecke der Stadt“: Ausgeschlachteter Pkw.

Stadtteil am Oldesloer Neubaugebiet „Am Claudiussee“ soll städtebaulich überarbeitet werden.

shz.de von
23. Juli 2018, 06:00 Uhr

Seit einigen Monaten rollen die Baumaschinen im Baugebiet „Am Claudiussee“ an der Kamp- und Hebbelstraße. Doch damit sind neue Probleme aufgetaucht. Bürgermeister Jörg Lembke, Bauamtsleiter Thilo Scheuber, Tiefbauleiter Klaus-Peter Scharnberg, und Dr. Kurt Söffing aus dem Bereich Umweltbereich besuchten die Baustelle bei einer Stadtteilbegehung.

Ein großer Dorn im Auge ist Anwohnern neben dem Lärm und der verkehrlichen Belastung durch Baufahrzeuge, dass auf einem angrenzenden Grundstück - dem ehemaligen ASB-Gelände – Abrissschutt gelagert wird. Dabei – so die Anwohner – sei dem privaten Käufer die gewerbliche Nutzung des Grundstücks untersagt worden. Die Bürger beschwerten sich vor allem auch darüber, dass sie keine Antworten von der Verwaltung bekamen, welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden. „Gehen Sie mal davon aus, dass da was passiert“, so Scheuber. „Mehr geht es Sie aber schlichtweg auch nicht an. Was genau passiert, dürfte ich Ihnen gar nicht sagen“, teilte der Bauamtsleiter den empörten Bürgern mit. Dass auf Mailnachfragen nicht geantwortet wurde, sei „so gewollt und absolut richtig“. „Wenn Sie sich beschweren, werden wir natürlich immer tätig“, beschwichtigte der Bürgermeister.

Fakt sei, dass es nicht feststeht, was mit dem Gelände rund um das Neubaugebiet passiert. Es müsse städtebaulich überplant werden. „Wenn man sich hier umschaut, ist ja klar, dass hier etwas passieren muss“, so Scheuber. Es sei nicht die schönste Ecke der Stadt. Dafür müsse zunächst ein neuer Bebauungsplan politisch auf den Weg gebracht werden. Fakt sei auch, dass der private Eigentümer, der das Grundstück für seine gewerblichen Tätigkeiten nutzt, dass in Zukunft nicht dürfe und dass er auch nicht die dort stehenden Gebäude abreißen lassen kann und einfach etwas Neues bauen. Es sei auch möglich, dass daher zunächst in direkter Nähe des Neubaugebiets die baufällig wirkenden Gebäude stehen bleiben. „Das ist ein Privatgelände und die Häuser im privaten Besitz“, stellte Lembke klar. Auch dass ein ausgeschlachteter Schrottwagen in der Nähe der Straße für von manchen Anwohnern kritisierte Ghettoromantik sorgt, sei auf privatem Grund nicht verboten.

Im Bezug auf Gefahrenstoffe konnten Söffing und Scharnberg Entwarnung geben. Kontaminierte Erde, die im Baugebiet ausgehoben werden musste, sei abtransportiert. Die Erde die nun noch vor Ort sei, sei nicht kontaminiert, der Staub daher ungefährlich. Die entsorgte Erde sei Torf gewesen, der eher zu feucht als zu trocken gewesen sei. Daher sei die Gefahr von „giftigem“ Staub nicht gegeben gewesen.

Scharnberg konnte mit Gerüchten aufräumen, dass angeblich Ölheizungen im Neubaugebiet geplant werden. „Hier ist Fernwärme zulässig und sonst nichts“, so der erstaunte Tiefbauamtsleiter. Scheuber erklärte außerdem, dass es nicht geplant sei für Busse die Straßen zu verbreitern und Parkplätze wegfallen zu lassen. „Hier ist – Stand jetzt - doch gar kein Busverkehr angedacht“, so Scheuber erstaunt auf Nachfragen, wie denn die Busse in Zukunft durchkommen sollen. „Es sind keine Maßnahmen an der Straßen geplant. Das kann sich natürlich in fünf Jahren ändern. Aber aktuell ist es nicht geplant, hier an der Straßenführung etwas zu ändern“, so Scheuber. Gegen die aktuelle Belastung durch den Bauverkehr könne man leider akut nichts machen. Das Bäume an den Straßen durch die Lkw beschädigt werden – wie Anwohner berichteten – müsse allerdings im Auge behalten werden.

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