Bad Oldeloe : Zukunft der „Erle“ ungeklärt

Auch der bunte Protest brachte zunächst nichts: Zahlreiche Unterstützer waren vor Ort.
Auch der bunte Protest brachte zunächst nichts: Zahlreiche Unterstützer waren vor Ort.

Lokalpolitik lobt das besonderes Abenteuerspielplatzkonzept, will die Förderung aber zunächst nicht drastisch erhöhen

shz.de von
23. Juni 2018, 06:00 Uhr

Der liebevoll über Jahre umgestaltete Abenteuerspielplatz des Vereins Erle im Oldesloer Poggenbreeden ist ein Erfolgsprojekt. Das sehen alle Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses so. Im kommenden Jahr läuft die Förderung durch „Holsteins Herz“ aus, ebenso ist die Förderung durch die Gladigau-Stiftung nur von kurzer Dauer. Kurzum: Erle e.V. benötigt Geld, um das bestehende Angebot aufrecht erhalten zu können. Statt 36 000 Euro pro Jahr von der Stadt Bad Oldesloe erhofft sich das Team rund um Oliver Mylonas und Nina Reher künftig 88 000 Euro.

An 203 Öffnungstagen im Jahr 2017 haben insgesamt 3051 Kinder den Platz besicht – Mehrfachbesuche inbegriffen. Etwa die Hälfte stamme aus Familien mit Migrationshintergrund.

Wenn die 88 000 Euro verwehrt würden, müsse das offene Angebot eingeschränkt werden, so Nina Reher. Auch ein Rückbau einzelner gerade erst mit den Kindern aufgebauter Bereiche sei notwendig. Von Ausweitung des Projekts – zum Beispiel ist Tierhaltung geplant – könne dann keine Rede mehr sein, ergänzte Mylonas. „Wir haben über die Jahre viel Zeit und Ehrenamt investiert. Wir haben ein Riesennetzwerk in kürzester Zeit aufgebaut. Jetzt muss die Stadt Bad Oldesloe zeigen, was ihr das Angebot wert ist“, so Reher.

„Man muss sehen, was man mit vorhandenen Mitteln umsetzen kann. Wenn es dann vielleicht nur noch drei Tage Öffnung sind, ist das eine Option. Wir finden das Angebot wichtig, aber wir können nicht eine Förderung um 150 Prozent steigern. Es muss Kompromisse geben“, so Jörn Lucas (CDU). Es drohe ansonsten eine nicht faire Schieflage im Vergleich zu Förderungen anderer Vereine und Einrichtungen, wie Sportvereinen oder Musikschule. „Wir müssen uns als Politiker in Zukunft disziplinieren, wenn wir Projekte mit Anschubfinanzierungen unterstützen. Wir müssen uns klar machen, welche Folgekosten das hat“, so Hajo Krage (SPD). Er stellte den Antrag im Namen seiner Fraktion, dass der Verein mit der Verwaltung ein Finanzierungsmodell entwerfen solle, dass „deutlich unter den jährlichen 88 000 Euro liegt“. Auch die SPD werde einer Förderungserhöhung in diesen Dimensionen trotz aller Wertschätzung nicht zustimmen. „Man kann unser besonderes Angebot nicht mit Sportvereinen oder Musikschulen vergleichen“, sagte Reher enttäuscht über den Diskussionsverlauf.

Cornelia Steinert (Die Linke) betonte, wie wichtig das Angebot sei und dass es unbedingt erhalten bleiben müsse. „Das Projekt ist toll, keine Frage. Aber ich glaube, dass noch nicht alle Förderungsmöglichkeiten und Finanzierungsideen ausgelotet wurden“, so Tom Winter (Familienpartei). Anita Klahn (FDP) mochte der Darstellung nicht glauben, dass es abseits von einer Förderung aus der Stadtkasse keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten gebe: „Ich denke auch, dass man da noch andere Stiftungen anzapfen könnte“, so Klahn: „Da können wir gerne mal bilateral drüber sprechen, wenn sie wollen“, sagte die erfahrene Politikerin, die auch im Landtag sitzt.

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