zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Zukünftig bleibt alles anders

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die einen haben Reichtum, der ganz schön Kosten verursacht, andere kommen nicht zu Potte, um endlich festzulegen, wofür Geld ausgegeben werden soll.

Was man will

63,77 Millionen Euro ist die Stadt Ahrensburg wert. Jedenfalls ist das die Summe des Infrastrukturvermögens, errechnet nach haushaltsrechtlichen Vorgaben. Klingt gut, ist es aber nicht. Grund, Boden und Bauwerke gehören dazu, auch die Straßen die mit 26,7 Millionen Euro bewertet wurden, und wie die Gebäude nur dann Vermögen bleiben, wenn sie gepflegt werden. Das hat Ahrensburg viele Jahre vernachlässigt, wie ein Gutachten der Stadt bestätigte. Die Verfallsgeschwindigkeit hat in den vergangenen Jahren noch zugenommen, Reparaturen werden immer teurer, weil mit einfachem „Flicken“ nichts mehr zu machen ist. 548 Straßenmeter im Jahr, mehr hat Ahrensburg im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahren nicht geschafft. Bleibt es bei diesem „Tempo“, wird eine erneuerte Straße frühestens wieder in 239 Jahren erneuert, also 2255. Ist Einsicht in Sicht? Für den „dringend erforderlichen“ Neuausbau der Hagener Allee ist „aufgrund der schwierigen Haushaltslage und dem Vorrang anderer Projekte im Schul- und Kindertagesstättenbereich“ kein Geld da. Der Spechtweg wartet seit Jahren auf einen kompletten Neuausbau. Dieses Jahr sollte es losgehen. Aber da gibt es eine „Vielzahl vordringlicher Investitionen“: Neubau an der Grundschule Am Reesenbüttel, Flüchtlingsunterkünfte, Rathaussanierung. Die Infrastruktur – nicht nur der Straßen – verfällt weiter, die Substanz wird aufgezehrt. De facto sind das nichts anders als verdeckte Schulden, die man den Kindern vermacht. Und hier geht es um die Stadt mit der besten Arbeitslosenquote im wirtschaftlich erfolgreichen Kreis Stormarn! Zukunftsfähigkeit sieht anders aus.

Post-it

Darüber, dass die Post nicht mehr täglich kommt, wurde schon häufiger mal geklagt. Manchmal schaffen es Briefe aber nicht mal mehr zur Post – sie bleiben einfach im Kasten liegen. Dumm, wenn es sich einigermaßen eilige Post handelt, zum Beispiel Einladungen zu einer Gemeindevertretersitzung in Steinburg. Die lagen in einem gelben Kasten in Barkhorst, der mindestens eine Woche nicht angefasst wurde. Bis das bemerkt wurde, war die Ladungsfrist von einer Woche längst unterschritten. Man hätte – wenn alle gewollt hätten – trotzdem noch tagen und den Haushalt beschließen können, um den man sich seit Monaten streitet. Aber wo die Fronten verhärtet sind, nimmt man auch mal externe Hilfe in Anspruch. Und die Post sollte vielleicht auf Post-it’s zurückgreifen. Die kleinen gelben Zettel könnte man mit dem Hinweis „Wird nicht geleert“ auf die gelben Kästen kleben. Vielleicht hilft’s ja.

Wer hat’s gesagt?

Jetzt also im zweiten Anlauf: In Bad Oldesloe wird Sonntag in der Stichwahl über den nächsten Bürgermeister entschieden. Ein Polizist wird zukünftig auf dem Chef-Sessel im Rathaus sitzen. Daran dürfte es keine Zweifel geben. Jörg wird’s werden. So viel ist klar. Lembke oder Feldmann? Das ist hier die Frage.

Interessant ist ja, was nach dem ersten ersten Wahlgang alles an Gerüchten hochspült. Die Stadt habe den Laden von Maria Herrmann bezahlen müssen und sie wolle ja das Vogelschießen abschaffen. Über Jörg Lembke wird anonym behauptet, er würde im Verbund mit dem Ex-VfL-Vorsitzenden Detlef Rädisch Spieler unter Druck setzen, ihn zu wählen. Der aktuelle VfL-Vorstand verschickte eine Pressemitteilung: Der „VfL Oldesloe verhält sich politisch neutral“. Wer ist denn „der“ VfL überhaupt? Hat jemand behauptet, er sei es nicht oder will sich da jemand bewusst von einem Kandidaten distanzieren? Es hieß ja immer, der VfL wird einen Kandidaten aufstellen ... Schade, dass ein Amt und die Bewerber so beschädigt werden.

zur Startseite

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 17.Jun.2016 | 17:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen