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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 05:19 Uhr

Bad Oldesloe : Zündstoff der Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

150 Jahre Kreis Stormarn: Das Kreisarchiv blickt zurück und behandelt dieses Mal „Bad Oldesloe im Bild“. Der Abend findet am 7. Februar im Kultur- und Bildungszentrum statt.

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erstellt am 03.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Erinnern Sie sich noch an die Sprengung des hohen Schornsteins der Stadtwerke an der Lübecker Straße 1971? Und wussten Sie, dass der VfL Oldesloe 1960 gegen Uwe Seeler und den HSV spielte? Nein?! Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich Dienstag, 7. Februar, vormerken. Das Kreisarchiv Stormarn zeigt in Kooperation mit der Stadt Bad Oldesloe ab 19 Uhr im Saal des Kultur- und Bildungszentrum (Kub), Beer-Yacoov-Weg 1, den Bildvortrag „150 Jahre Kreis Stormarn – Bad Oldesloe im Bild“. Historikerin Dr. Karin Gröwer wird Sie auf eine kurzweilige und informative Bilderreise durch die Vergangenheit der Travestadt mitnehmen. Der Eintritt ist frei.

Zum Kreisjubiläum gibt das Kreisarchiv mit der Vortragsreihe „150 Jahre Kreis Stormarn – 15 Orte im Bild“ bis zum 28. Februar Einblick in seine umfangreichen Bildsammlungen. Tausende Fotos, Dias, Luftbilder und Ansichtskarten bilden das visuelle Gedächtnis des Kreises – eine wahre Fundgrube, die bislang nur in Teilen erschlossen ist. Viele Abbildungen stammen aus Nachlässen regionaler Fotojournalisten, sind Hinterlassenschaften begeisterter Hobbyfotografen oder wurden von Behördenmitarbeitern zu verschiedensten Anlässen aufgenommen. Von Oldesloes später Zeit als Kurbad um 1900 führt der Vortrag Sie durch ein breit angelegtes Panorama des 20. Jahrhunderts. Ansichtskarten aus der ersten Jahrhunderthälfte zeigen Ihnen eine heute manchmal fremd erscheinende Vergangenheit. Die Kinderheilanstalt in der Turmstraße war Zeuge dieser Jahrzehnte, doch auch die Gauschule der Deutschen Arbeitsfront.

Seit 1949 endgültig Kreisstadt, wurde Bad Oldesloe zum bedeutenden Wohn- und Wirtschaftsort der Raumplanung in Stormarn. In der zweiten Jahrhunderthälfte verwandelte ein „explodierender“ Wohnungsbau mit Reihenhäusern, Wohnblocks und Hochhaussiedlungen die zuvor beschauliche Kleinstadt. Diese Zeit ersteht in den zahllosen, teilweise noch nie gezeigten Fotos des Oldesloer Fotografen Hans Mallek wieder auf. Ob Straßenszenen, der Umbau des Bahnhofs oder die Errichtung von Schulen – Mallek war mit seiner Kamera stets zugegen. Er hielt Bürgermeister Gottfried Baethge ebenso im Bild fest wie Oldesloer Bürger im Alltag und bei ihren Freizeitvergnügungen. Seiner eigenen Familie auf dem Jahrmarkt beim Schützenfest oder dem beliebten Vogelschießen, das die ganze Stadt auf die Beine brachte, widmete er dieselbe Aufmerksamkeit wie 1959
der Jubiläumsfeier des Kleingartenvereins Fuhlenstegen, bei dem sich die Kinder mit Sackhüpfen, Topfschlagen und Wurstschnappen vergnügten.

Seine Fotografien führen zu längst entschwundenen Orten wie der Naturbühne im Bürgerpark und dem alten Pferdemarkt, den er aus der Vogelperspektive vom Silo der Gloria-Mühle herab für die Nachwelt festhielt. Und die Prominenz, die die Kreisstadt besuchte, z.B. Bundeskanzler Ludwig Erhard, Kanzlerkandidat Willy Brandt, ja sogar Königin Margrethe II. von Dänemark, ließ Mallek sich natürlich ebenfalls nicht entgehen. Ergänzt werden seine Zeitdokumente durch Luftbilder, die zeigen, wie sich Teile der Stadt verändert haben.

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