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Neue Prognose : Zu viel Verkehr durch Fachmarkt-Zentrum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Laut Gutachten würde bei einem Umzug von Famila und Co. in den Kornkamp-Süd eine kritische Größe erreicht beim Beimoorknoten erreicht. Nur der Bau der Nordtangente könnte für eine Entlastung sorgen, so der Experte.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 17:30 Uhr

Die große Variante für ein Fachmarktzentrum im Kornkamp war schon vom Tisch, jetzt steht auch die abgespeckte Version in Frage. Grund ist die aktuelle Verkehrsprognose, die Stefan Luft vom Büro urbanus im Bau- und Planungsausschuss vorstellte. Demnach würde der Umzug von Famila, Aldi und Co. dem Beimoorknoten zwar nur rund 1000 Fahrzeuge pro Tag zusätzlich bescheren. Zusammen mit dem Baugebiet Erlenhof und der Ansiedlung weiterer Firmen im Beimoor-Süd würde eine aber kritische Größe überschritten.

Heute sind dort 20 000 Fahrzeuge unterwegs, mit der Erschließung von Erlenhof und Beimoor-Süd werden es 24 000, mit dem Fachmarktzentrum 25 000 sein. Ursprünglich waren auf einer Fläche von 75 000 Quadratmeter im Kornkamp-Süd auch Tankstelle, Waschstraße und Baumarkt vorgesehen. Im Februar hatte der Ausschuss einer verkleinerten Variante auf zwei Dritteln der Fläche ohne Baumarkt zugestimmt. Laut Gutachter konnte die Verkehrsbelastung dadurch um 25 bis 30 Prozent reduziert werden.

Trotzdem werde mit 25 000 Fahrzeugen eine kritische Größe erreicht. Entlastung würde allerdings die Nordtangente bringen, so Stefan Luft. Dem Bau einer neuen Straße zwischen Kornkamp und B 75 hatten die Stadtverordneten grundsätzlich, aber mit knapper Mehrheit zugestimmt. Den Vertrag über den dafür notwendigen Gebietstausch mit Delingsdorf hatten sie allerdings abgelehnt – mit 15:14 ebenfalls denkbar knapp. Nur die SPD war geschlossen dafür, WAB und FDP lehnten ab, in der CDU war man sich uneinig.

In punkto Umzug von von Famila und Co. scheint man sich jetzt in der SPD nicht einig zu sein. Ausschuss- und Fraktionsvorsitzender Hartmut Möller sagt angesichts der „finsteren“ Verkehrsprognose: „Das müssen wir neu diskutieren. Ohne Nordtangente geht es gar nicht.“ Und selbst mit dem Bau einer Entlastungsstraße sieht er einen Umzug kritisch, weil die Geschäfte „zu dicht an die Innenstadt“ rücken würden.

Bei CDU und FDP bezweifelt man dagegen die Zahlen des Gutachters. Warum sollte es mehr Verkehr geben, wenn die Geschäfte nur ein paar hundert Meter verlagert werden, fragen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Tobias Koch und Thomas Bellizzi. Zu Staus komme es nur zu den Spitzenzeiten morgens und abends, „die Kunden kommen aber den ganzen Tag“, so Bellizzi, der in einen Umzug aus der Sackgasse Richtung Ostring mehrere Vorteile für die Stadt sieht.

Einer ist die Möglichkeit für eine andere Trassenführung der Nordtangente. Die Entlastungsstraße könnte dann über das bisherige Famila-Gelände und wäre damit direkter und weniger nah am Gartenholz

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