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Stormarner Wochenschau : Zu oft geht es zu langsam voran

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Manchmal sind abgespeckte Lösungen besser, manchmal aber nicht.

Last-Minute-Verkauf

Vor einem Jahr war der Verkauf der Asklepios-Alten- und Pflegeheime in Ahrensburg und Reinfeld in letzter Minute im Kreistag gescheitert. Das sollte nicht noch mal geschehen, schließlich war es 2014 nicht der erste Investor, der wieder nach Hause geschickt wurde. So was spricht sich rum in der Branche. Deshalb wollte man den Verkauf wohl möglichst still und leise über die Bühne bringen und diskutierte in den Ausschüssen lieber ohne Publikum. Das hatte allerdings nichts damit zu tun, dass Proteste und Demos von Gewerkschaft und Personalvertretung anders als im vergangenen Jahr ausblieben. Das lag nicht nur daran, dass es ein anderer Investor ist, laut Gewerkschaft hat der Arbeitgeber den protestierenden Kollegen wohl sehr deutlich spüren lassen, dass derlei nicht gewünscht sei. Asklepios hat durchaus das größte Interesse am Verkauf der Altenheime. Sie gehören nicht zum Kerngeschäft des Krankenhaus-Konzerns, man ist an die beim Verkauf seinerzeit festgeschriebenen Tarifbedingungen des Alt-Personals gebunden. Und dann hätte Asklepios auch investieren müssen, wenn man den Heimbetrieb nicht riskieren wollte. Das war vermutlich auch ein gewisser Antrieb für die Kreispolitiker. Wie hätte es ausgesehen, wenn die Heimaufsicht des Kreises die ehemaligen Kreisaltenheime dicht macht? Hätte man sie dann zurücknehmen und selbst betreiben sollen? Das hätte wohl höchstens Verdi erfreut.

Abgespeckte Lösung

Seit 20 Jahren wird in Stormarn und Hamburg über die S4 geredet, und es sieht so aus, als wenn das in 20 Jahren immer noch der Fall sein wird. 350 Millionen Euro sollten es nach einer Studie der Hochbahn aus 2002 sein, die erste „belastbare“ Studie kam vor anderthalb Jahren auf 630 Millionen Euro. Mittlerweile ist von über einer Milliarde Euro die Rede. Selbst die 630 Millionen liegen aber schon über der Wirtschaftlichkeitsgrenze, die einhalten muss, wer Fördergelder haben möchte. Wie das gehen soll, ist zurzeit völlig unklar. Deshalb hat sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth mal Gedanken gemacht, wie eine voll abgespeckte S4 aussehen kann.

Porzellan zerschlagen

War das nötig? In Trittau wurde in dieser Woche viel Porzellan zerschlagen. Die Landbürgermeister haben sich im Schulverband geweigert, 1,1 Millionen Euro für den Neubau eines weiteren Blauen Hauses zu bewilligen. Das war überraschend, weil vorab die Satzung geändert und mit den Planungen begonnen wurde und Verträge mit Personal und Eltern unterschrieben sind. Der Kompromiss, den man gefunden hatte, war dann wohl doch zu faul.

Die kleinen Gemeinden wurden zwar von den laufenden Kosten entlastet, sollten über den Schulverband aber den Bau des Hauses mitfinanzieren, in dem fast ausschließlich Kinder aus Trittau betreut werden.

Ein Mietmodell, wie es die Bürgermeister vorgeschlagen hatten, war nicht weiter verfolgt worden. Jetzt ist das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, es ist auch viel Vertrauen zerstört worden. Die Zeit und Kraft, die man nun aufwenden muss, um sich wieder zusammenzuraufen, hätte man im Vorfeld investieren sollen. Dann gäbe es jetzt vermutlich eine Lösung, die alle mittragen. Natürlich ist man hinterher immer schlauer, aber dieses „Hinterher“, wie es jetzt ist, hatte sich niemand gewünscht. Erst recht nicht zu Weihnachten.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 17:02 Uhr

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