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Schwund bei Oldesloer Wählergemeinschaft : Zoff in der FBO – Schmidt tritt aus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Stadtverordnete und Ausschussvorsitzende Diakon Wolfgang Schmidt will keine Marionette von Ehepaar Rohde sein. Deshalb tritt er aus Fraktion und Wählergmeinschaft aus – sein Mandat als Stadtverordneter will er aber behalten.

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erstellt am 10.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Da hat es wohl ordentlich im Karton gerappelt. Der Stadtverordnete Wolfgang Schmidt ist gestern aus der Fraktion und auch gleich aus der Wählergemeinschaft FBO ausgetreten. Sein Mandat als Stadtverordneter will er allerdings behalten. So hat er es Bürgerworthalter Rainer Fehrmann und den Fraktionsvorsitzenden per Mail mitgeteilt. „Bei mir ist das Maß voll“, teilte Diakon Schmidt gestern auf Nachfrage mit: „Ich will Kommunalpolitik machen, aber mich nicht ständig mit Rohdes reiben.“

Bereits in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses war offensichtlich geworden, dass irgendwas innerhalb der FBO nicht stimmt. Alle anderen Ausschussmitglieder waren über einen Mailwechsel der FBO-Fraktionsvorsitzenden Patricia Rohde mit der Verwaltung wegen einer Änderung der Hauptsatzung informiert „Ich saß da wie ein Trottel und hatte keine Ahnung“, schildert er die Situation. Weil er nachfragen musste, wurde der mangelhafte Informationsfluss öffentlich. Die Entscheidung, wer die FBO bei der Auswahl des neuen Bauamtsleiters vertritt, ist wohl ebenfalls ohne die Fraktion gefallen. Zusätzlich gab es Pressemitteilungen, deren Inhalt er erst aus der Zeitung erfuhr.

Letztlich ausschlaggebend müssen Vorkommnisse am FBO-Stand am Samstag gewesen sein. Während eine Fraktionskollegin ihn weinend umarmte, hätten ihn andere geschnitten. So kam heraus, dass er seinen Sitz im Hauptausschuss und im Schulverband räumen sollte. Um ihn zu entlasten. Das sei ihm in einem Brief mitgeteilt worden. „Der Brief ist bis heute nicht da. Das ist doch Mobbing vom Feinsten“, bewertet das Wolfgang Schmidt. Und Er spricht Klartext: „Ich bin kein Bewegungskomparse und keine Marionette der Rohdes.“ Seinen Ex-Kollegen in der FBO rät er: „Die sollten mal überlegen, welche Werte sie haben und wofür sie stehen.“

Fraktionsvorsitzende Patricia Rohde sieht den Austritt „mit Verwunderung“ und bedauert, dass er seinen von der FBO gewährten Listenplatz mitnehmen will. In einer Pressemitteilung heißt es, das „könne leicht als gezielte Wählertäuschung durch Wolfgang Schmidt interpretiert werden.“

Die Fraktion habe erkannt, dass er aufgrund beruflicher und privater Gründe nicht mehr im vollen Umfang für die FBO tätig sein könne. Dem sollte mit einer vorläufigen Ausschuss–Umbesetzung Rechnung getragen werden, damit er sich voll auf den Vorsitz des Sozialausschusses konzentrieren könne. Patricia Rohde meint: Herr Schmidt wird sich unserer Erwartung nach in Kürze der SPD anschließen. Seine persönliche und berufliche Nähe zur SPD-Fraktion ist allgemein bekannt.“ Das dementiert Wolfgang Schmidt: „Ich bleibe fraktionslos, werde aber mit allen zusammenarbeiten.“

Der Austritt hat Auswirkungen auf das Gefüge innerhalb der Oldesloer Politik. Mit nur noch drei Fraktionsmitgliedern verliert die FBO einen ihrer zwei Ausschusssitze. Der geht an die SPD. Ob sie den Vorsitz des Sozialausschusses behält, ist fraglich, da um dessen Vergabe mit der CDU gelost werden müsste. Wenn die CDU den nehmen sollte, würde der Hauptausschuss an die FBO fallen.

 

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