Stormini : Zehn Stormark für Torsten Albig

Das gefiel dem Regierungschef: Laura und eine Betreuerin fertigten aus Stoffresten Hundespielzeug.
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Das gefiel dem Regierungschef: Laura und eine Betreuerin fertigten aus Stoffresten Hundespielzeug.

Der Ministerpräsident und viele Politiker besuchen die Kinderstadt. Heute endet das Demokratieprojekt des Kreisjugendrings allerdings schon wieder.

shz.de von
25. Juli 2015, 06:00 Uhr

Alle sind gleich – das galt jetzt auch für Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torten Albig: Wie alle Ehrengäste des VIP-Tages in der Kinderstadt Stormini bekam der Regierungschef zehn Stormark „auf die Hand“ – und gönnte sich während der Stadtführung einen natürlich alkoholfreien Kirsch-Banane-Cocktail für vier Stormark.

Nach einer Woche endet das Demokratieprojekt Kinderstadt Stormini des Kreisjugendrings Stormarn am Wochenende. Zum achten Mal lebten 250 Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren eine Woche lang in „ihrer“ Stadt – mit allen Rechten und Pflichten.

Dass manche Ereignisse aus der Erwachsenenwelt nicht vor dem Stormini-Stadttor auf dem Gelände des Emil-von-Behring-Gymnasiums in Großhansdorf Halt machten, erlebten die Kinder gleich am zweiten Tag: Stromausfall. Beim Aufbau eines Zeltes wurde eine Stromleitung beschädigt, verletzt wurde zum Glück niemand. Fünf Stunden lang dauerte die Reparatur, einige Betriebe in der Kinderstadt hatten Zwangspause.

Und noch etwas geschah – abgeguckt aus dem richtigen Leben: Die Bäckerei hörte auf, noch bevor ein einziges Brot gebacken war. „Betrieb geschlossen“ stand am Bäckereizelt, der Bäcker sei wegen einer vermeintlichen Schmiergeldsache auf und davon, erfuhren die Kinder. Acht Mädchen und Jungen hatten sich für die Backstube angemeldet und die Arbeitsagentur Bad Oldesloe, die eine Zweigstelle in Stormini aufgeschlagen hatte, tat, was sie tun musste: Die Kinder wurden in andere Betriebe vermittelt. „Diese Sache war allerdings geplant“, verriet eine Mitarbeiterin der Arbeitsagentur, „es sollte wie im richtigen Leben sein.“

Die Kinder konnten zwischen vielen Berufen wählen – von der Textilwerkstatt bis zur Tischlerei – und bekamen einen Stundenlohn von 8,50 Stormark. Das Geld musste aber versteuert werden – und, ja, es gab eine Steuererhöhung. Von fünf auf acht Stormark, „sonst können wir unsere Abschlussparty nicht finanzieren“, erklärte Stormini-Bürgermeisterin Fenja Mühlena ihrem Volk.

Zum VIP-Tag kamen Kreis-, Landtags- und Bundestagsabgeordnete in die Kinderstadt, unter ihnen Großhansdorfs stellvertretender Bürgermeister Hans-Otto Kagel und der stellvertretende Bürgervorsteher Stefan Kehl. Der unterzeichnete gemeinsam mit der Fenja Mühlena eine Partnerschafts-Urkunde zwischen der Waldgemeinde und der Kinderstadt.

Fenja Mühlena siegte übrigens auch im Prominentenrennen mit den Karts. Ministerpräsident Torsten Albig fuhr als Zweiter über die Ziellinie.

Stormini 2016 wird während der Sommerferien in Trittau stattfinden.

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