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Visionen : Zapel fordert: „Wir müssen transparenter werden“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Trainer von Fußball-SH-Ligist SV Eichede spricht im Interview über die geplanten neuen Wege bei der Nachwuchsarbeit.

Das nächste Ligaspiel steht für den SV Eichede am Sonnabend an. Dann verschlägt es den aktuellen Tabellenzweiten der höchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins an die Meldorfer Straße nach Heide. Über Ostern aber hatten die Stormarner Fußballer spielfrei und Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. Die Verantwortlichen jedoch bastelten im Hintergrund weiter an der Zukunft des Clubs. Im Vordergrund stand dabei auch die Nachwuchsarbeit. Im Stormarner Tageblatt spricht SVE-Coach Oliver Zapel über anstehende Veränderungen, Visionen und ein von ihm erdachtes Jugendkonzept beim ambitionierten SH-Ligisten – der 47-Jährige hatte sich mit diesem Thema in den vergangenen Monaten ausgiebig beschäftigt.

Oliver Zapel, Sie haben dem Verein zuletzt Ihre Vision der Nachwuchsförderung präsentiert. Wie ist das Konzept angekommen?

Ich denke gut. Wir sind gemeinsam dabei, das Konzept sukzessive durchzuarbeiten und uns auszutauschen. Wichtig ist es, dass wir in naher Zukunft wieder konkurrenzfähiger werden, eine einheitliche Linie finden und es so den Jugendspielern ermöglichen, einen leichteren Einstieg in den Seniorenbereich zu bekommen.

Wie genau könnte diese einheitliche Linie im Detail aussehen?

Ich will dem Ganzen nicht zu weit vorausgreifen. Wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen. Es ist nach wie vor ein sehr großer Schritt vom Jugend- in den Herrenbereich. Um den zu erleichtern, wäre es wünschenswert, wenn unsere Nachwuchsteams wieder in der Regionalliga vertreten wären. Aber das braucht seine Zeit. Deshalb müssen wir jetzt die Grundlagen dafür schaffen.

Es gibt Überlegungen, zum Beispiel jede Mannschaft mit einem Funktionsteam auszustatten. Einheitliche Trainingsbausteine und -inhalte wären eine weitere Option. Es macht ja keinen Sinn, wenn in der B-Jugend ein anderes System gespielt wird, als bei den A-Junioren oder bei den Herrenteams. Das muss angeglichen werden – ohne dabei aber die Kompetenz der jeweiligen Trainer zu beschneiden.

Das klingt nach einem Mammutprogramm. Inwiefern sind personelle Veränderungen notwendig, um das Vorhaben umzusetzen?

Vor allem die Schlüsselpositionen müssen gut besetzt sein. Wir arbeiten daran und haben mit Rene Wasken ja schon einen neuen Verantwortlichen für die B-Jugend vorgestellt.

Das ist nur eine Personalie. Es gibt aber auch das Gerücht, dass Malte Buchholz Jugendkoordinator werden soll. Was ist an dem Gerücht dran?

Dazu möchte ich eigentlich nichts sagen. So weit sind wir noch nicht. Aber vom Typ her würde Malte natürlich passen. Er kennt den Verein genau, weiß wie alle ticken. Er ist jemand, der ein Gesicht hat und allen bekannt ist – ein ideales Bindeglied.

Trotz der geplanten Maßnahmen ist nicht gesagt, dass die A- bis C-Jugendteams zeitnah wieder an die Tür zur Regionalliga klopfen werden. In den vergangenen Jahren hat man den Bereich etwas schleifen lassen. Wie wollen Sie das jetzt korrigieren und welche zeitliche Vorgabe gibt es?

Uns ist klar, dass das schon seine Zeit braucht. Man muss ja nicht gleich alles auf einmal angehen. Wichtig ist es zunächst, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir müssen ab der neuen Spielzeit Veränderungen herbeiführen und vor allem etwas für das eigene Image, unsere Außendarstellung, tun. Das wäre eine wichtige Voraussetzung, um Talente aus der Region, die sich in den vergangenen Jahren auch anderen Vereinen wie etwa dem SSC Hagen Ahrensburg angeschlossen haben, zurück zu gewinnen.

Also will sich der SV Eichede offener präsentieren?

Wir müssen einfach transparenter werden und klare Ziele formulieren. Dazu müssen wir eine qualitativ hohe Ausbildung gewährleisten und durchdachte Strukturen vorweisen, um Jugendliche noch mehr anzusprechen. Auch im Bereich Scouting müssen wir zulegen und wieder aktiver werden. Dabei dürfen wir aber nicht den Fehler machen und zu aggressiv zu Werke gehen.

Inwiefern haben Sie dabei auch Kooperationen mit anderen Vereinen im Auge?

Wir denken auch darüber nach und sind für alles offen. Aber ich muss betonen: Wir sind noch dabei, alles zu prüfen, bevor wir es endgültig auf den Weg bringen. Wir arbeiten intensiv an der Zukunft – was dabei heraus kommt, wird man sehen.

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