Bargteheider Sorgen : Wünsche und Bedenken zum Windparkprojekt

Etwa 100 Bürger waren zur Sitzung des Bauausschusses ins Bargteheider Ganztagszentrum gekommen.
Etwa 100 Bürger waren zur Sitzung des Bauausschusses ins Bargteheider Ganztagszentrum gekommen.

Formal ist alles gelaufen, Bargteheide hat eine Fülle von Gutachten für den geplanten Windpark beauftragt. Doch die Kritik ebbt nicht ab – auch nicht in der Sitzung des Bauausschusses.

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24. November 2013, 15:19 Uhr

Formal ist alles gelaufen, Bargteheide hat eine Fülle von Gutachten für den geplanten Windpark beauftragt. Die letzten wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Die Baugenehmigung wurde allerdings schon beantragt. Der Antrag für den Bargteheider Windpark ist damit in den Mühlen der Bürokratie angekommen. Doch gut 100 Gegner der Anlagen erschienen in der Sitzung und sie erhielten viel Raum für ihre Wünsche, Bedenken und Vorschläge.

Meist bleiben die Volksvertreter fast unter sich, wenn sie über die Geschicke der Stadt beraten. Aber in dieser Frage nicht: Viele hoffen nämlich, dass dieses Projekt noch einmal unter Aspekten der Technischen Anleitung (TA) Lärm untersucht wird. Diese Vorschrift soll voraussichtlich im kommenden April verabschiedet werden. Sie regelt mit Gesetzescharakter die zulässigen Belastungen und setzt entsprechende Grenzwerte.

Die letzten Gutachten wurden jetzt beim Bauausschuss vorgestellt. Die Gutachter sehen keine Hürden für den geplanten Windpark. Flora und Fauna im Eignungsgebiet am Glindfelder Weg wurden gründlich überprüft. Nicht gründlich genug, finden viele Gegner der Anlagen. Darüber wurde ausgiebig mit den Besuchern im Ausschuss diskutiert. Sie konfrontierten die Gutachter mit ihren Argumenten. Für einzelne Beiträge gab es Applaus, insgesamt verlief die Sitzung sachlich.

Kraniche und Uhus sind die Vogelarten mit der größten Kollisionsgefahr bei Rotoren. Im fraglichen Gebiet wurden sie relativ selten beobachtet, die Gutachter betonen auch ihre geringen Flughöhen. Die Rotorspitzen erreichen auf ihrem Tiefpunkt 54 Meter Höhe auf dem Geländeniveau. Die bedrohten Vögel seien meist tiefer unterwegs, so die Gutachter. Nur als Zugvögel bevorzugten sie höhere Gefilde, die Vögel aus den heimischen Kolonien flögen unterhalb dieser Gefahrenschwelle. Auch seien die Brutplätze der bedrohten Arten ausreichend weit entfernt. Diese Aussagen zweifelten einige Zuhörer an und verwiesen auf eigene Beobachtungen. Auch seien Beobachtungszeiträume zu kurz gewesen und meist nur innerhalb der Bürozeiten erfolgt. Kritik gibt es auch am vereinfachten Genehmigungsverfahren, das die Rechte der Bürger einschränkt. „Die Stadt zwingt uns, dagegen zu klagen“, so Gerhard Artinger.

Die Werte der geplanten TA Lärm sollten schon jetzt in Bargteheide eingehalten werden, fordert Norbert Muras (WfB): „Lassen sie die vorliegenden Gutachten auf die künftigen Grenzwerte umrechnen, das kostet nicht viel“, schlägt er vor. „Wir müssen nach dem jetzt geltendem Recht handeln“, konterte Claus Christian Clausen (CDU). Eine Befragung der Gutachter schloss er aber nicht aus.

Die Windpark GmbH muss für die Eingriffe in die Landschaft 730 000 Euro Ausgleichszahlungen an den Kreis leisten. Das Geld wird für den Naturschutz verwendet. Außerdem müssen neun Eichen gepflanzt werden. Sie sind Ersatz für zwei Überhälter in den Knicks, die für die Zuwegung zu den Anlagen gefällt werden müssen. Außerdem werden 7,9 Hektar Ausgleichflächen in den Gemeinden Elmenhorst und Jersbek geschaffen.

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