zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:36 Uhr

Rohlfshagen : Wolfs Revier

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Jäger sehen die Rückkehr des Wolfs skeptisch. Stormarn ist Durchzugsgebiet für die Wildtiere.

Stormarns Jäger sehen die Rückkehr des Wolfes skeptisch. „Ein Angriff von Wölfen auf Menschen ist nur eine Frage der Zeit“, sagt Wolfgang Gerstand. Die Bevölkerung müsse über die Gefahren aufgeklärt werden, fordert der Oldesloer, der auch Kreistagsabgeordneter der CDU ist. Der Wolf gehöre zwar nach Nordeuropa, aber nicht in so dicht besiedelte Gebiete.

„Wenn Wölfe die Gefahr durch den Menschen nicht mehr spüren, werden sie ihn auch nicht meiden“, sagte Ralf Borchers, der Wolfsbeauftragte der Stormarner Jägerschaft, in der Jahreshauptversammlung der Grünröcke in der „Kupfermühle“. Die Tiere wanderten von der Lausitz nach Nordwesten, Stormarn sei zum Durchzugsgebiet geworden.

Das Herzogtum Lauenburg ist bereits zum Wolfsgebiet erklärt worden. Dort gab es sechs der 17 Wolfsnachweise im Land. Ein Wolf fiel durch seine Distanzlosigkeit gegen Menschen auf. Nachdem er einige Schafe gerissen hatte, ließ er sich nur schwer vertreiben. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde waren vor drei Tagen zehn Schafe und Lämmer gerissen worden, weitere 18 Tiere wurden durch Bisse so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert wurden. Ob es ein Wolf oder ein Hund war, ist noch nicht geklärt.

Die größte Gefahr für die Wölfe ist bislang der Straßenverkehr. Auch bei Siek kam ein Tier unter die Räder. Borchers geht davon aus, dass sich trotz der starken Besiedelung das eine oder andere Rudel in Schleswig-Holstein entwickeln werde. Er warnte davor, dass sich Wolfe und Hunde paaren und so genannte Wolfshybriden zeugen: „Biologisch ist es eine Tierart.“

In der Jahresversammlung kritisierte der scheidende Vorsitzende Hans-Joachim Herrmann scharf die geplanten Neuregelungen von Naturschutz- und Jagdgesetz: „Die Gesetze werden handwerklich immer schlechter, weil sie in wenigen Wochen oder Monaten durch die Ausschüsse geprügelt werden.“ Gegen die Unzulänglichkeiten der Jagdverordnung sei Klage eingereicht, gegen die verkürzten oder aufgehobenen Jagdzeiten laufe bereits ein Normenkontrollverfahren.

Die Jäger wehren sich auch gegen das aufrecht erhaltene Jagdverbot auf manche Rabenkrähen. „Die Überpopulation ist irgendwann nicht mehr in den Griff zu bekommen“, so Herrmann. Das gelte auch für die Gänse: „Ein hoher Besatz birgt auch ein hohes Seuchenrisiko.“

Die Ausdehnung so genanter befriedeter Bezirke, in denen jegliche Jagd verboten ist, auf Verbände sei ein „Eingriff ins Eigentum“. Das Jagdverbot berge zudem die Gefahr, dass wegen fehlender Untersuchungsmöglichkeiten Seuchen und Krankheiten wie die afrikanische Schweinepest nicht mehr rechtzeitig erkannt werden könnten. Vorschnell und ohne, dass Alternativen ausreichend geprüft wurden, sei auch die Vorschrift für bleifreie Munition eingeführt worden. „Diese Munition ist gefährlicher, weil sie ein anderes Abprallverhalten aufweist“, so Herrmann. Auch die Tötungswirkung sei deutlich schlechter. In Norwegen sei die bleifreie Munition deshalb schon bereits wieder abgeschafft worden.

Als Vorsitzender trat Herrmann nicht mehr an. Zu seinem Nachfolger wählte die Stormarner Jägerschaft Jan Fritzen. Zu seinem Stellvertreter wurde Dierk Mühle gewählt. Zudem gehören dem neuen Vorstand Thorsten Seehase, Uwe Danger und Jörg-Peter Hartkopf an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen