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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 01:29 Uhr

Rümpel : Wohnungsnot und Finanzen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Landrat Dr. Henning Görtz spricht auf Stormarner Gemeindetag über aktuelle Themen im Kreis.

Wohnungsnot, Wachstum, Straßenbau und die Organisation des „Blaulichtbereichs“ – Landrat Dr. Henning Görtz nutzte den Stormarner Gemeindetag im idyllisch gelegenen Restaurant Kupfermühle dazu, die Vertreter der Gemeinden und Städte zu informieren.

Ein wachsendes Problem sei weiterhin die Wohnungsnot in Stormarn. „Es fehlen uns 15000 Wohnungen mindestens. Vor allem geht es um bezahlbaren Wohnraum“, sagte er. „Ich hoffe, dass Sie alle sich zu einem Bündnis für den sozialen Wohnungsbau zusammenschließen. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, aber es geht auch darum, ein Zeichen zu setzen“, so Görtz. „Investoren haben zu oft nur ein Interesse an relativ teurem Wohnraum. Das Gerücht, dass man als Gemeinde nichts dagegen tun kann, stimmt nicht. Über das Baurecht und die Bebauungspläne gibt es Möglichkeiten“, so Görtz.

„Auch wenn die Bürgermeister von Bad Oldesloe, Reinbek und Ahrensburg nicht begeistert davon sind, finde ich die Überlegung richtig, dass die drei Städte, die gemeinsam ein Drittel der Stormarner Bürger ausmachen, auch gemeinsam für ein Drittel der neuen Wohnungen sorgen werden“, so Görtz. Die Bevölkerung in Stormarn sei zwischen 2014 bis 2016 um 6000 Mitbürger gewachsen. „Wer denkt, dass nicht zu wachsen eine Option sei, irrt. Wer nicht wachsen will, wächst trotzdem, dann aber unkontrolliert. Ich finde es besser auf der Lokomotive zu sitzen und zu wissen, wo es hingeht, als hinten im Zug“, verdeutlichte der Landrat seine Haltung.

Ein weiteres Thema waren die Finanzen. „Dass der Kreis schuldenfrei ist und die einzelnen Städte und Gemeinden oft nicht, ist nicht die Schuld des Kreises. Viele Gemeinden müssen immer mehr Aufgaben übernehmen, die ihnen aber nicht vom Kreis übertragen wurden“, so der Verwaltungschef. Görtz berichtete über die Neustrukturierungen in den Fachbereichen, betonte aber , dass die Integrierte Leitstelle Süd auch durch eine Umstrukturierung in der Leitung bei Großschadenslagen an ihre Leistungsgrenzen komme. Beim jüngsten Sturm seien 1500 Notrufe eingegangen. „Ich kann nur an die Bürger appellieren, nicht anzurufen, weil ein Apfelbaum im Garten liegt. Das kann auch ein Gärtner am nächsten Tag beheben. Das ist kein Notfall, bindet aber Einsatzkräfte“, deutete er den Missbrauch des Notrufs an.

In Sachen Verkehrsplanung hat der Kreis eine Prioriätenliste mit 25 Projekten an das Land geliefert, die möglichst ohne Planstellungsverfahren in die Realisierung gehen sollen.

Sehr positiv sei das Programm zu „150 Jahre Stormarn“ gewesen. „Schade, dass diese tollen Veranstaltungen schon vorbei sind“, so Görtz.

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