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Zu wenig Arbeitsplätze : Wohnungen werden zu Rathaus-Büros

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für mehr als 100.000 Euro sollen im Stadthaus zwei Wohnungen in Verwaltungsarbeitsplätze umgewandelt werden. Weil der Stadt immer mehr Aufgaben „zugemutet“ würden, reiche der Platz nicht. FBO ist gegen „Vernichtung von Wohnraum“

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erstellt am 29.Aug.2013 | 12:15 Uhr

Wer hätte das gedacht: Im Oldesloer Verwaltungssitz, dem Stadthaus, gibt es Wohnungen. Noch, denn die Stadtverordneten haben jetzt beschlossen, aus der Ein- und Vierzimmerwohnung Büros zu machen. Für den Umbau ist das stolze Sümmchen von 102 400 Euro veranschlagt.

Bürgermeister Tassilo von Bary rührte ordentlich die Werbetrommel. „Wir brauchen permanent weitere Mitarbeiter, weil uns ständig neue Aufgaben zugemutet werden.“ Früher ging der Kindergarten von 8 bis 12 Uhr. Heute gebe es ein buntes Sammelsurium an Angeboten bis hin zur Ganztagsbetreuung. Aktuell kommen die Krippenplätze hinzu und die Abrechnung der Personalkosten. Dafür werde Personal benötigt, dass irgendwo untergebracht werden müsse. „Neue Mitarbeiter sitzen am Katzentisch. Teils müssen sich drei Mitarbeiter ein Büro teilen und haben auch noch Publikumsverkehr“, so der Verwaltungschef. Zusätzliches Ungemach drohe, wenn der Umbau des Amtsgerichts zum KuB beginne – dann müssen Verwaltungsmitarbeiter aus dem historischen Rathaus vorerst in anderen Räumen untergebracht werden. Für von Bary steht fest: „Der Antrag ist alternativlos, Anmietung externer Flächen kontraproduktiv.“

Die FBO lässt diese Argumente nicht gelten. Sie spricht in einer Pressemitteilung von der Vernichtung knappen Wohnraums, „nur um für die Verwaltung komfortablere Arbeitsbedingungen zu schaffen“. Uwe Loeck argumentierte: „Der Bürgermeister ist in der Pflicht, einen Nachweis über die Höhe der Kosten zu erbringen.“ Außerdem forderte die FBO ein Nutzungskonzept für alle Räume und einen Nachweis, welche Mitarbeiter wie viel Bürofläche belegen, wer Einzelbüros hat und ob die Möglichkeit von frei buchbaren Besprechungsräumen genutzt werde.

Karin Hoffmann von den Grünen schloss sich der Sichtweise an: „Da wird Wohnraum vernichtet. Ohne ein Gesamtkonzept ist das nichts als Stückwerk.“ Es müsse auch die Situation in ein bis zwei Jahren betrachtet werden. Für die CDU zweifelte Uwe Rädisch den Bedarf an Büroräumen nicht an, aber eine Begleitung durch die Politik sei geboten. „Es ist opportun, wenn sich die Fachleute im Bauausschuss damit befassen“, forderte er. Am Ende sprach sich eine breite Mehrheit der Politiker für den Umbau aus. Der Bauausschuss soll ihn begleiten und eine detaillierte Kostenaufstellung vorgelegt bekommen.

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