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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:31 Uhr

Bad Oldelsoe : Wohnraum für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Oldesloer Sozialausschuss diskutiert über neue Standorte, um günstig Häuser bauen zu können.

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erstellt am 08.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Der Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Sozialausschusses der Stdtverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch heißt ganz schlicht „Stadtentwicklung“. Es geht dabei konkret um die Frage, wo in der Stadt Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden kann.

Aktuell kommen deutlich weniger Flüchtlinge in Bad Oldesloe an, als noch im Vergangenen Jahr. Die Zuweisungszahlen fallen deutlich niedriger aus. Die Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Familienkasse am Sandkamp ist mit 50 Plätzen für Männer nahezu ausgelastet. Im Mai soll der Umbau des ehemaligen Schwesternwohnheims abgeschlossen sein. Dort werden 100 Plätze zur Verfügung stehen.

Aktuell geht die Verwaltung davon aus, dass diese Unterkunft deutlich später voll belegt sein wird als ursprünglich mal angenommen. Für Familien hat die Stadt momentan sogar einen leichten Überhang an angemieteten Wohnungen. Je nach Entwicklung der Flüchtlingslage, kann sich das aber schnell wieder ändern. Außerdem ist die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften nicht erstrebenswert. Priorität hat die Anmietung von Wohnungen. Das gelinge zwar immer noch recht gut, sei aber sehr einzelfallabhängig und daher eher zufällig.

Die Schaffung von Wohnungen könnte deshalb zu einer spürbaren Verbesserung führen. Zumal das noch einen weiteren positiven Nebeneffekt hätte: Sollten die Wohnungen nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, stünde günstiger Wohnraum für Bedürftige zur Verfügung. Mehrere Obdachlosenunterkünfte der Stadt sollen ebenfalls „abgängig“ sein – auch dafür muss Ersatz her.

Verschiedene städtische Grundstücke sind daraufhin auf ihre Bebaubarkeit hin untersucht worden. Zwei Flächen sind dabei von der Verwaltung als ungeeignet eingestuft worden. Das Grundstück an der Kreuzung Lübecker Straße/Berliner fällt raus, weil davon unter Unständen Platz für einen Kreisverkehr benötigt wird. Am Kurpark war eine Fläche untersucht worden, die nicht geeignet erscheint, da im Untergrund Altlasten vom Krieg und der Nutzung als Mülldeponie befürchtet werden.

Zwei Grundstücke sind weiter im Fokus: eine Grünfläche am Steinfelder Redder gegenüber von den Parkplätzen des Discounters und ein Areal am Wendum.

Am Wendum könnte ein Typ-Haus in Holzständerbauweise errichtet werden. Dabei handelt es sich um geprüfte Musterhäuser von einem Portal des Innenministeriums. Kommunen können sich dort die jeweils für ihre Situation passende Variante aussuchen. Es wird dann schnell schlüsselfertig gebaut. Acht oder neun Wohnungen für bis zu 54 Personen könnten je nach Wahl geschaffen werden. Die kosten betragen etwa 1,2 Millionen Euro.

Am Steinfelder Redder könnten nach dem gleichen Prinzip ein Komplex mit sechs Wohnungen geschaffen werden.

Und dann ist da ja noch das Hochhaus am Stoltenrieden. 48 Wohnungen stehen dort leer, sie könnten angeblich mit relativ geringem Aufwand hergerichtet werden. Einbauküchen, Türen und frische Anstriche – viel mehr brauche es im Prinzip nicht. Der bisherigen Eigentümer will das Objekt wohl verkaufen, potenzielle Interessenten hätten immer mal bei der Stadt vorgesprochen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Käufer wollen das Gebäude gerne komplett an die Stadt vermieten. Die Belegung des Hauses könnte nur nach einem ausgeklügelten Konzept sozial- und quartiersverträglich erfolgen. Der Verwaltung ist klar, dass in den Haus eine aufsuchende Sozialbetreuung notwendig wäre. Das sollte durch einen externen Anbieter gemacht werden. Aufgrund der aktuellen Zahlen sieht die Stadt allerdings weder Notwendig- noch Dringlichkeit, das Hochhaus zu übernehmen. Trotzdem wird vorgeschlagen, weiter Gespräche über die vertraglichen Rahmenbedingungen zu führen.


Der Sozialausschuss tagt am Mittwoch, 13. April, ab 19 Uhr im Sitzungszimmer des Verwaltungsgebäudes.

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