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Bad Oldesloe : Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe diskutiert über Grundstücke, auf denen sozialer Wohnungsbau möglich wäre.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Jeden Tag kommen knapp 70 Flüchtlinge in Stormarn an. Ein Zustrom, dessen Ende bisher noch nicht abzusehen ist. Ein Teil dieser Flüchtlinge bleibt in Bad Oldesloe. Doch langsam wird der Wohnraum – vor allem auch für die, die als Asylbewerber anerkannt werden – knapp. Abgesehen von der Flüchtlingsunterkunft, die im ehemaligen Schwesternwohnheim an der Kastanienallee entstehen soll, ist die Stadt händeringend auf der Suche nach Flächen, auf denen Wohnungen für Flüchtlinge entstehen können. „Wir planen keine Containerlösungen, sondern feste Gebäude“, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber.

Diverse Grundstücke wurden bereits ins Auge gefasst. Drei von ihnen werden jetzt konkreter überprüft. „An diesen Stellen könnten wir uns sehr gut vorstellen, Mehrfamilienhäuser zu bauen, die durchaus nicht nur durch Flüchtlinge bewohnt werden könnten, sondern im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus auch durch andere berechtigte Personen, vor allem, nachdem die Flüchtlinge dann wieder ausgezogen sind“, so Scheuber.

Konkret wurden im Bauausschuss drei Grundstücke diskutiert. Zum einen handelt es sich um den Parkplatz neben den Mehrfamilienhäusern am Wendum. Dort könnte ein mehrgeschossiges Gebäude entstehen. „Wie viele Wohneinheiten dort geschaffen werden können, kann ich noch nicht sagen“, sagte Scheuber.

Wilfried Janson (Grüne) hielt es für „problematisch, dass dort die einzigen echten Stellplätze wegfallen würden. Wo sollen die Anwohner parken? Außerdem sind im hinteren Bereich Bäume und Büsche, die dann weichen müssten“, so der Stadtverordnete, der sich mit diesem Grundstück „nicht für diese Nutzung anfreunden kann.

Maria Herrmann (SPD) sah mögliche Problematik, falls man in Zukunft den Sportplatz am Wendum hinter diesem Grundstück gelegenen als Fläche für Wohnungsbau nutzen wolle: „Verbauen wir uns mit dem Haus dann nicht eine mögliche Zuwegung? Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Stadion mitten in einem Wohngebiet nicht mehr ewig so bestehen wird.“ Gegen die Stimme von Wilfried Jansons und mit Enthaltung seines Grünen-Kollegens Hartmut Jokisch, wurde die Grundstückswahl am Wendum trotzdem mehrheitlich als möglich gesehen.

Das zweite potenzielle Grundstück befindet sich neben dem aktuell als Obdachlosenunterkunft genutzten Gebäude gegenüber der Polizei und den in der Entstehung befindlichen Travearkaden an der Ecke Berliner Ring und Lübecker Straße. Auch dabei sahen die Grünen Probleme. „Wenn wir dort jetzt Häuser bauen, fällt uns das nicht auf die Füße, wenn der Kreisel am Berliner Ring entstehen soll?“, wollte Janson wissen. Bürgermeister Tassilo von Bary zeigte sich erstaunt. „Ich wusste nicht, dass das Thema Kreisel dort überhaupt noch aktuell ist-“ Bauamtsleiter Scheuber war sogar noch überraschter. „Von einem Kreisel am Berliner Ring höre ich zum ersten Mal.“ Das wiederum ärgerte Jokisch. „Aus meiner Sicht gab es einen eindeutigen Auftrag an die Verwaltung, dass die Einrichtung eines Kreisels geprüft und die Möglichkeiten abgefragt werden sollten, wie der Bund diese Maßnahme unterstützen würde“, so Jokisch. Antwort von Barys: „In diese Richtung weiß ich nichts, und es ist nichts passiert. Es gibt nur die vage Idee von Ihnen.“

Bei drei Gegenstimmen wurde auch dieser Standort durch die Politiker im Endeffekt als möglich angesehen. Favorit des Bauausschusses als Grundstück mit höchster Eignung und Priorität ist aber das Gelände zwischen den Mehrfamilienhäusern am Sülzberg und dem Hockeyplatz am Kurpark. Dort könnte eine Lücke in der Bebauung geschlossen werden. Einzige Bedenken der Ausschussmitglieder sind mögliche Belastungen im Boden. Der Hockeyplatz selbst soll unangetastet bleiben.

Ob die aktuelle, noch von der DLRG als Unterkunft genutzte Baracke, die direkt an den Neubau angrenzen würde, bleiben kann, blieb unkommentiert. „Man muss das mit der DLRG besprechen. Das Gebäude ist nach meinem Kenntnisstand sowieso baufällig“, sagte die Bau- und Planungsausschussvorsitzende Maria Herrmann. (SPD).

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