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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 03:27 Uhr

Wofür man bekannt ist - oder nicht

vom

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Verschollen Einige Oldesloer Hausbesitzer haben mit tatkräftiger Unterstützung von "Haus & Grund" die Kommunalaufsicht im Innenministerium angerufen, weil bei der Diskussion der Straßenreinigungssatzung angeblich gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Nachfrage bei der Pressestelle im Ministerium: Wie schätzt man dort die Konsequenzen eines Verstoßes ein? Antwort aus Kiel: Nachfragen in verschiedenen Referaten verliefen negativ, über eine Beschwerde aus Oldesloe sei nichts bekannt. Ach, sollte das nur eine Show gewesen sein? Natürlich nicht, denn Kämmerin Mandy Treetzen hatte während einer Ausschusssitzung bereits berichtet, dass die Stadt vom Ministerium zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sei. Der Brief muss also angekommen sein! Das Tageblatt hat daraufhin zwischen Stadt und Ministerium vermittelt. Antworten sollen nächste Woche kommen.

Frustabbau Das war ja wohl Kommunalpolitik zum Abgewöhnen. Patricia Rohde (FBO) und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann lieferten sich in der Sitzung der Oldesloer Stadtverordneten eine Privatfehde. Nach einer halben Stunde war wenigstens die Tagesordnung geklärt. Die mochten sich ja schon nicht, als das Ehepaar Rohde noch in der CDU war. Damals gab es reichlich internen Knatsch. Und jetzt eben offen gegeneinander. In einem neuerlichen FBO-Antrag zum Marktplatz war vom "Kartell der etablierten Parteien" die Rede, da wird dem Bürgerworthalter gezielter Rechtsbruch oder Rechtsbeugung unterstellt. Das kann die CDU natürlich nicht auf sich sitzen lassen und präsentiert einen Antrag, prüfen zu lassen, ob gegen Patricia Rohde wegen der Äußerungen rechtliche Maßnahmen möglich seien. Da können sich Außenstehende nur die Haare raufen, denn mit Politik hat das nichts zu tun. Für den Lacher des Abends sorgte dann ausgerechnet Uwe Rädisch (CDU). Breit grinsend trat er ans Mikrofon: "Wollen wir doch mal sehen, dass wir wieder etwas Harmonie in die Bude kriegen", sagte er selbstironisch: "Obwohl ich da ja nicht so für bekannt bin."

Frustabbau Klüngel in der Politik? Die Gemeinde- und Stadtvertretungen, die morgen gewählt werden, sind geradezu ein Ausbund an Transparenz - verglichen mit den Kirchengemeinderäten. Die tagen fast immer nicht-öffentlich, es spricht höchstens mal der Vorsitzende - in der Regel also der Pastor - darüber, was hinter verschlossenen Türen bekakelt wurde. Dass es da konservativ zugeht, lässt sich aus dem Beharrungsvermögen in Verbindung mit Reformunfreudigkeit ablesen. 15 Jahre hielt zum Beispiel das Oldesloer CD-Verbot jeder Kritik stand. Was veranlasste eine starke Minderheit im Sülfelder Kirchengemeinderat, die neue Pastorin abzulehnen? Was trieb den Eicheder Kirchengemeinderat um, dass er dem noch neuen Pastor den Laufpass gab? Fragen, auf die auch die normalen Gemeindemitglieder gerne eine Antwort hätten. Aber vielleicht lässt sich ja auch einfach nicht erklären, warum ein evangelisches Gremium unchristliche Entscheidungen fällt.

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