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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 17:37 Uhr

Wo Waldkauz und Kranich wohnen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Naturschutzgebiete Hansdorfer und Duvenstedter Brook nördlich von Ammersbek sind einen ganztägigen Ausflug wert

Der Hansdorfer Brook ist ein ganz besonderes Naturjuwel und vor rund 20 000 Jahren aus einem Gletscherbecken in der letzten Eiszeit entstanden. Das rund 275 Hektar große Naturschutzgebiet wurde im Jahr 1987 ausgewiesen und ist Bestandteil des FFH-Gebietes (Flora-Fauna-Habitat) „Hansdorfer Brook mit Ammersbek“. Außerdem ist es EU-Vogelschutzgebiet, denn hier brüten nicht nur Kraniche, sondern auch der scheue Waldkauz. Dies ist allerdings nur möglich, weil es geschützte, beruhigte Bereiche gibt, in denen die störungsempfindlichen Vögel ihre Jungen groß ziehen können. Mit viel Glück kann man auch Bekassinen und den Großen Brachvogel beobachten. In den weitläufigen Röhrichtbeständen kommen außerdem Schilfrohrsänger und Rohrweihe vor. Außerdem leben hier knapp 40 verschiedene Säugetierarten, wie etwa Marder, Iltis, Wiesel, Fuchs, Dachs, Reh, Dam- und Rotwild, Wildschwein und Hase.

Der Hansdorfer Brook liegt nordwestlich von Ahrensburg an der Landesgrenze zu Hamburg. Im Westen grenzt er an das Naturschutzgebiet „Duvenstedter Brook“, im Süden an das Naturschutzgebiet „Ammersbek-Niederung“. Mehrere kilometerlange Rundwege führen durch die beiden Naturschutzgebiete, viele Bänke und grüne Wiesen laden zu einer gemütlichen Rast mit Picknick ein.

Das Naturschutzgebiet wird als Feuchtgebiet von ursprünglichen Erlen- und Birkenbruchwäldern geprägt. Daneben sind Feuchtgrünland, Großseggenrieder, Hochstaudenfluren und Auwaldresten sowie Eichen-Buchenwälder zu finden. Einige Flächen in den Randbereichen werden auch als Äcker bewirtschaftet. Der Bunsbach, ein Nebengewässer der Ammersbek, fließt quer durch das Naturschutzgebiet.und weist noch eine typischer Unterwasservegetation auf. Neben dem Wasserstern (Callitriche) wächst hier auch der Igelkolben (Sparganium emersum).

Gebüsche und Einzelgehölze bieten dem seltenen Neuntöter geeigneten Lebensraum. In Laubwäldern, meist handelt es sich um einen Erlen-Eschen-Auwald, finden der Mittelspecht und der Wespenbussard eine Heimat, außerdem sind hier Sperber, Habicht, Pirol und der Waldkauz zu Hause. In den eher unzugänglichen, vermoorten Bereichen wachsen Wollgras, Rosmarinheide und sogar Sonnentau.

Zusammen mit dem NSG Duvenstedter Brook auf Hamburger Gebiet und der Alsterniederung bildet der Hansdorfer Brook einen großflächigen Verbund von Feuchtlebensräumen. Hier finden Spaziergänger, Radfahrer und Jogger Ruhe und Erholung. Zur Brutzeit wurden jetzt allerdings einige Wege für Radfahrer gesperrt und Hunde sind in vielen Bereichen ebenfalls tabu.

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erstellt am 02.Mai.2014 | 11:46 Uhr

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