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Bevölkerungsprognose : Wo Stormarn noch wächst – und wo der Kreis vergreist

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kleinräumige Datenfortschreibung für den Kreis zeigt, dass die Bevölkerungszahl insgesamt wächst, viele Orte aber auch Einwohner verlieren. Und den meisten kleineren Gemeinden droht eine Überalterung

Stormarn und Pinneberg sind die einzigen Kreise in Schleswig-Holsteins, in denen die Einwohnerzahlen noch steigen werden. Das ist bekannt. Aber wie verteilt sich das prognostizierte Plus von gut fünf Prozent über den Kreis? Wie sieht es in den einzelnen Städten und Gemeinden aus? Das hat das Planungsbüro Gertz, Gutsche, Rümenapp im Auftrag des Kreises auf Basis des Landes- und der Zensuszahlen ermittelt.

Im Prinzip sind die Gutachter davon ausgegangen, dass sich die Kommunen so weiter entwickeln, wie sie es in den vergangenen Jahren getan haben. Eingeflossen sind dabei zudem konkrete Projekte, die Gemeinden angemeldet haben.

Die Kreiskarte ist bunt: Von plus 17,4 bis minus 16,3 Prozent reichen die Prognosen. Die beiden Extreme liegen dabei nahe beieinander: Hamberge soll stark zulegen, während Rehhorst und auch Zarpen stark schrumpfen. Auch Westerau und Heilshoop verlieren, in Heidekamp und Barnitz bleiben die Einwohnerzahlen nahezu gleich, Klein Wesenberg (2,7 Prozent) und Feldhorst (vier Prozent) sollen leicht zulegen. Dass Wesenberg mit 12,6 Prozent fast so stark wächst wie Hamberge liegt am Ortsteil Stubbendorf.

Im Gegensatz zu diesen beiden Gemeinden hat Reinfeld in den vergangenen Jahre kaum Neubaugebiete ausgewiesen und wird danach auch nur 1,3 Prozent größer. Für Bad Oldesloe sagen die Gutachter plus 4,7 Prozent voraus. Allerdings ist der Steinfelder Redder voll, und neue Gebiete sind nicht in der Planung.

In den Oldesloe-Land-Gemeinden verlieren Rethwisch, Neritz, Meddewade und zwischen 3,8 und 1,2 Prozent, Steinburg bleibt stabil, Lasbek, Travenbrück und Rümpel legen um 0,7 bis 5,2 zu. In Bargteheide-Land gibt es mit Nienwohld (-1,4 Prozent) nur einen Verlierer, alle anderen wachsen von 3,3 (Hammoor) bis 8,1 Prozent (Todendorf).

Bargteheide ist in den vergangenen Jahr am stärksten gewachsen, deshalb sagen die Gutachter hier auch den höchsten Bevölkerungs-Zuwachs voraus: 13,7 Prozent. Zuwächse von 8,2 bis 8,9 Prozent kommen für Großhansdorf, Barsbüttel, Trittau Glinde und Ahrensburg heraus. Für die Schlossstadt wären des fast 2800 Einwohner mehr. Die Stadt mit dem geringsten Wachstum wäre Reinbek mit plus 2,8 Prozent. Und Oststeinbek bleibt trotz Hamburg Nachbarschaft klein und würde nur um 1,3 Prozent zulegen.

Ähnlich extrem wie in Nordstormarn stellt sich die Fortschreibung der Entwicklung im Amt Siek dar. Brunsbek schrumpft um 11,1 Prozent, Hoisdorf um 5,7, während Braak gewinnt (5,8 Prozent). Siek legt leicht zu, Stapelfeld verliert leicht. Im Amt Trittau schrumpft Hoisdorf um 5,7 Prozent. Grönwohld, Lütjensee, Witzhave und Grande wachsen zwischen 3,9 und 7 Prozent. Großensee, Hamfelde und Köthel verlieren Einwohner.

„Die Prognose soll zeigen, was geschieht, wenn es im Kreis und in den Gemeinden weitergeht wie bisher“, sagt Kreisplaner Günter Fischer. „Bargteheide muss sich fragen, ob es weitere 2000 Personen aufnehmen kann“, nennt Dipl.-Ing. Jens Rümenapp ein Beispiel, der die Daten am morgigen Mittwoch im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschusses vorstellt und Fragen beantwortet (18 Uhr, Sitzungsraum F 22 im WAS-Gebäude am Bahnhof).

 

Weniger Junge viel mehr Alte:

Das Gutachten ist gleichzeitig Datenbasis für die „Anpassungsstrategie an die Folgen des demographischen Wandels für die Siedlungs- und Wohnungsbauentwicklung in den Kommunen des Kreises Stormarn“.

Kreisweit sinkt die Zahl der Unter 20-Jährigen um 11 Prozent während die der Über 65-Jährigen um fast ein Dritte (32 Prozent). Wenn niemand gegensteuert, schlägt der demographische Wandel vor allem in den kleineren Gemeinden zu: Die Dörfer vergreisen. „Wir haben heute schon Goldene Hochzeits-Gebiete“ sagt Nordstormarns Amtsdirektor Sönke Hansen. 19 Prozent weniger Junge und 49 Prozent mehr Ältere sagen die Gutachter für Stormarns Norden voraus. In Reinfeld sind es minus 18 und plus 37 Prozent. Ähnlich sieht es in Bad Oldesloe-Land (minus 21 und plus 43 Prozent), Bargteheide-Land (minus 17 und plus 49 Prozent), im Amt Siek (minus 26 und plus 29 Prozent) und im Amt Trittau aus (minus 12 und plus 44 Prozent).

Jünger wird in Stormarn zwar auch keine Stadt Bargteheide und Glinde können aufgrund ihrer Bevölkerungsstruktur und Ansiedlungspolitik aber den Anteil junger Menschen halten.

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erstellt am 10.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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