Trittau : Wo selbst Alltagsgegenstände zu Kunst werden

Anna Lena Grau mit zwei Skulpturen, dem Abguss eines Koffers und dem eines Nackenkissens eines Bekannten.
Anna Lena Grau mit zwei Skulpturen, dem Abguss eines Koffers und dem eines Nackenkissens eines Bekannten.

Die Stipendiatin der Trittauer Wassermühle stellt erste Arbeiten vor.

shz.de von
10. Juli 2018, 06:00 Uhr

<p>Seit dem vergangenen Mai ist Anna Lena Grau Stipendiatin in der Trittauer Wassermühle. Jetzt stellte die Hamburgerin ihre ersten Arbeiten vor, die im benachbarten Atelier entstanden sind. Die Bildhauerin und Malerin benutzt dafür die verschiedensten Materialien, von Glas über Stoff, Gips, Silikon und Bronze bis hin zum Plastikabfall. Außerdem sind Aquarelle entstanden, Zeichnungen mit schwarzer Tinte, deren Konturen mit Hilfe von Wasser verlaufen sind.</p><p>Insbesondere interessiert sie der Formungsprozess, wobei manchmal auch das Negativ der Form und nicht das Positiv des Abbilds in den Fokus rückt. An ihrem neuen Wirkungsort schätzt sie die Möglichkeit für Ruhe und Kontemplation: „Es gibt hier wenig Ablenkung, ich kann mich auf meine Arbeit konzentrieren.“ Inspirationen bieten ihr lange Spaziergänge in die Natur, aber auch Bilder aus dem Internet. Aus so gefundenen und verfremdeten Motiven hat sie eine Serie von Handtüchern gefertigt.</p><p>Der Formenreichtum der Natur mit ihren Zwischenzuständen, Transformationen und Übergängen faszinieren sie ebenso wie dessen Abformungsprozess. So hat Anna Lena Grau auch nur kurzfristig bestehende Strukturen im Sand des Wattenmeers festgehalten, die bei der nächsten Flut wieder verschwinden. Dabei ist zu Beginn noch offen, wie sich ein Werk entwickeln wird. „Es ist ein Weg, bei dem man das Ziel oft noch nicht kennt“, sagt sie, „ich beziehe dabei den Zufall mit in meine Arbeiten ein.“ Weitere Arbeitsbasis für sie sind akribische Recherchen zu den verschiedensten wissenschaftlichen, historischen oder technischen Themen.</p><p><relation source="ngen-import" sourceid="23-99348543"><field name="headline">wassermühle 2</field><field name="caption">Die Künstlerin wohnt in der Trittauer Wassermühle und arbeitet im benachbarten Atelier.</field><field name="imagealt">Die Künstlerin wohnt in der Trittauer Wassermühle und arbeitet im benachbarten Atelier.</field></relation> </p><p>Seit 1992 vergibt die Kulturstiftung Stormarn unter dem Dach der Sparkasse Holstein Stipendien für talentierte Künstler. Sie dürfen ein Jahr lang in der Trittauer Wassermühle wohnen und im benachbarten Atelier arbeiten. „Ich werde hier viel zeichnen und an weiteren Skulpturen arbeiten“, sagt sie. Voraussichtlich werden ihre Werke im kommenden April in einer Ausstellung präsentiert. <br></br><br></br><br></br><br></br><br></br></p>

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