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Stormarn : Wo Radschnellwege gebaut werden könnten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Technische Uni Hamburg erstellt eine Analyse für die Metropolregion. Es soll großes Potenzial vorhanden sein.

Wo sind Radschnellwege möglich und sinnvoll? Damit hat sich die Technische Universität Hamburg befasst und eine Analyse für die Metropolregion Hamburg erstellt. Die zeigt, dass ein großes Potenzial vorhanden ist und dass Radschnellwege einen Teil des Pendlerverkehrs aufnehmen könnten. Die Metropolregion Hamburg will die Planung von Radschnellwegen in den Fokus nehmen. „Perspektivisch sollten aus allen vier Himmelsrichtungen Radschnellwege nach Hamburg führen“, sagte Fahrradbeauftragte Kirsten Pfaue bei der Vorlage einer Potenzialanalyse.

Die TU hat für 33 abstrakte Korridore in der Metropolregion untersucht, wie sich die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen oder Einkaufsmöglichkeiten verbessert, wenn Radschnellwege gebaut werden, die ein ein deutlich zügigeres Vorankommen erlauben. Auf normalen Radwegen liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 14 Stundenkilometern, auf den Tempotrassen sollen es 20 km/h sein.

Pedelecs sind auf den asphaltierten Wegen mit einer Breite von vier Metern zugelassen, die bis zu 45 km/h schnellen E-Bikes nicht. Knackpunkte der Trassen sind Kreuzungen. Dort sollen Radler privilegiert werden. Das kann durch Vorrangschaltungen an Ampeln, Unterführungen oder Brücken geschehen. Am Beispiel eines Radschnellwegs von Hamburg nach Elmshorn soll eine Machbarkeitsstudie aufzeigen, wie und zu welchen Bedingungen und Kosten gebaut werden kann. Dabei müssen auch juristische Fragen geklärt werden. Bislang ist in Schleswig-Holstein nicht geregelt, ob das Land, der Kreis oder die Kommunen Baulastträger sind und damit für den Bau bezahlen müssen. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass ein Kilometer Radschnellweg rund 1,5 Millionen Euro kostet. Durch eine bereits vorhandene Infrastruktur könnten sie aber auch deutlich günstiger werden. Bei Elmshorn geht man von einer Trasse entlang der S-Bahnstrecke und Kosten von zirka 260  00 Euro pro Kilometer aus.

Als mögliche Korridore werden in der Studie auch Routen nach Barsbüttel, Glinde und Reinbek, nach Ahrensburg und weiter bis Bad Oldesloe genannt. Die 32 Kilometer lange Strecke nach Elmshorn hat mit 719  500 Einwohnern im 3,5 Kilometer-Umkreis sogar etwas weniger Potenzial als ein Radschnellweg nach Ahrensburg. Auch Barsbüttel, Glinde und Reinbek scheinen mit Potenzialen von über 500  000 Einwohnern gut geeignet. In der Nähe einer Trasse, die von Ahrensburg weiter nach Bad Oldesloe führen würde, leben dagegen nur knapp 88  000 Menschen.

Besonders groß sei der Effekt auf den Korridoren nach Schenefeld, Wedel, Quickborn, Elmshorn und eben Ahrensburg, sagt Marcus Peter vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg. Welche von den 33 Korridoren wirklich gebaut werden, hängt aber von vielen Faktoren ab – von der möglichen baulichen Umsetzung über die interkommunale Zusammenarbeit bis zur Finanzierung. Und grundsätzlich muss auch geklärt werden, wer für Unterhaltung und Winterdienst zuständig ist. Die Wege sind schließlich für Pendler gedacht, die auf ganzjährig nutzbare Verbindungen angewiesen sind.

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erstellt am 22.Feb.2017 | 11:22 Uhr

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