Wo Kinder gerne spielen wollen

Haben die Ausstellung konzipiert: Tor Svae (r.) mit Roger Josefsson und Hanna Robertz von der schwedischen Botschaft.
Haben die Ausstellung konzipiert: Tor Svae (r.) mit Roger Josefsson und Hanna Robertz von der schwedischen Botschaft.

Tor Svae und Roger Josefsson haben die Ausstellung über schwedische Kinderbuchwelten konzipiert

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26. Januar 2018, 06:00 Uhr

Ein Zirkuswagen begrüßt die Besucher der Ausstellung „frech, wild & wunderbar – Schwedische Kinderbuchwelten“, die heute eröffnet wird. „Ich liebe Zirkus“, sagt Tor Svae, der die Ausstellung konzipiert hat. „Es muss lustig sein. Wenn man hereinkommt, muss man denken, ‚Da will ich spielen‘“, sagt der Künstler und Szenograf.

Der 72-Jährige, der an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Kunstakademie in Stockholm studiert hat, war Bildhauer, spezialisierte sich dann aber auf Konzipierung und Bau von kreativen Themenparks, Spielplätzen, Ausstellungen und Einrichtungen für Kinder. Sein Mulle-Meck-Park erhielt 2010 den Preis der Stadt Solna, im gleichen Jahr wurde er mit dem Ehrenpreis der Stadt Stockholm ausgezeichnet und 2014 von der Schwedischen Kinderbuchakademie für die Vermittlung von Literatur an Kinder und Jugendliche geehrt.

Nicht nur bei der Ausstellung über Schwedische Kinderbuchwelten, die vorher in Berlin und Duisburg zu sehen war, hat er mit dem Künstler Roger Josefsson zusammengearbeitet, der in Stockholm Bilder und Collage anfertigt und handwerkliches Geschick hat.

„Spielen, lernen, lesen“ steht auf einem Schild am Zirkuswagen, und das ist auch die Botschaft, di beide vermitteln wollen: Kinder sollen Kinder bleiben und spielen. „Erst muss man spielen, da lernt man etwas. Dann geht man nach Haus oder in die Bibliothek und liest“, sagt Tor Svae, der selbst noch immer von den schwedischen Kinderwelten fasziniert ist.

Astrid Lindgren ist sozusagen die Großmutter der heutigen Generation, aber ohne Pippi Langstrumpf und Michel würde die schwedische Kinderliteratur nicht als eigenständig und einmalig existieren. Mama Muh sowie Pettersson und Findus kennt jedes Kind. Ähnliches gilt für Detektivbüro Lasse Maja. Das bespielbaren Detektivbüro gibt es ebenso wie die Kartonschule von Barbro Lindgren, einen Friedhof für Ulf Nilssons „Die besten Beerdigungen der Welt“ oder einen Höhlentunnel für „Schmeißfliege Astrids Höhenflug“.

„Das wunderbare Buch von Maria Jönsson gibt es leider nicht in deutscher Übersetzung“, sagt Kreiskulturreferentin Tanja Lütje. Im Original ist es mit vielen anderen schwedischen, aber auch deutschen und anderssprachigen Büchern Teil der Ausstellung. Aus einem Teil der einstigen Kantine wurde ein Raum, in dem Kinder lesen malen und spielen kommen. Vorbild ist der Rum för Barn, ein preisgekröntes Bibliothekskonzept des Stockholmer Kulturhuset.

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