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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 21:51 Uhr

Wo Integration gelebt wird

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Teestube der Flüchtlingshilfe feierte 1. Geburtstag: Treffpunkt für Einheimische und Neubürger / Jeden Mittwoch 70 Besucher

Was das Ehrenamt in Bargteheide für Flüchtlinge leistet, kann sich sehen lassen. Die Teestube der Flüchtlingshilfe ist zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Neubürger geworden. „Hier werden Informationen ausgetauscht, es wird gespielt und gelacht“, sagt Svenja Duszynski vom Teestubenteam, „etwa 70 Besucher kommen jeden Mittwoch.“ In dieser Woche waren es einige mehr, denn die Teestube feierte ihr einjähriges Bestehen.

Die „Villa Heecks“, wo alles begann, ist längst zu klein geworden. Deshalb stellte die Ev. Kirchengemeinde den Saal im Martin-Luther-Haus zur Verfügung. Mittwochs ab 17.30 Uhr gehört der Saal den Begegnungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen. Letztere sind in der Mehrzahl, die meisten kommen aus Afghanistan, Albanien, Eritrea, Iran, Somalia und dem Jemen. Menschen vieler Sprachen, jeden Alters und beiderlei Geschlechts kommen zusammen, viele sind zu Stammgästen geworden.

„Bisher war es immer harmonisch, Streit hat es hier noch nie gegeben“, sagt Susanne Ruddigkeit vom Team. Ihr Ziel sei es auch, die deutsche Kultur zu transportieren. Für einige Männer sei es anfangs ein Problem gewesen, Frauen die Hand zu geben. „Das ist in der arabischen Kultur verpönt“, sagt sie, „inzwischen ist es aber gang und gäbe bei uns.“ Manche spielen versunken Schach in all dem Trubel, andere „Mensch ärgere dich nicht“. „Dieses Spiel sorgt für viel Heiterkeit“, schmunzelt Susanne Ruddigkeit. Am Klavier greift derweil Muhamad Soufan in die Tasten. Der Musiklehrer ist aus Syrien geflohen. Eine Spendenaktion einer Klasse der Anne-Frank-Schule hat es ermöglicht, dass er jetzt über ein eigenes Klavier verfügt. Eine Seniorin hat das Instrument zur Verfügung gestellt. Aus den Spenden wurden Transport und das Stimmen finanziert.

Ein Frauen-Café gibt es bereits in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde. Jetzt soll auch ein Männer-Cafè ins Leben gerufen werden. Voraussichtlich Ende Mai ist es soweit. „Einige Männer kommen nicht damit klar, dass sie hier mit Frauen zusammen sind“, erklärt Svenja Duszynski. Inzwischen sind 400 Flüchtlinge in der Stadt und im Amt Bargteheide-Land eingetroffen.

300 Helfer stehen ihnen zur Seite, darunter über 100 Paten. „Deshalb ist es notwendig geworden, der Initiative eine feste Struktur zu geben“, so Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel. Mit Ulrike Meyborg hatte sie Organisation und Koordination der Flüchtlingshilfe übernommen. Die Integration sei keine Verwaltungsaufgabe, gibt Gabriele Abel zu bedenken: „Das muss aus der Bevölkerung kommen, dafür ist ein Verein die beste Grundlage.“

>Am kommenden Dienstag wird sich die Flüchtlingshilfe „Bunte Vielfalt“ deshalb als Verein konstituieren. Die Gründungsversammlung mit Vorstandswahl beginnt um 18.30 Uhr im Ganztagszentrum, Am Markt 2.




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