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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 04:09 Uhr

Bargteheide : Wo Fiffi lecker schlemmt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Bargteheide hat das erste Restaurant für Hunde eröffnet. Während die Vierbeiner futtern, werden die Halter von der Cheffin in Ernährungsfragen beraten.

Aufgeregt läuft Scooby herum und beschnüffelt die vielen Besucher. Heute ist ein besonderer Tag, denn sein Frauchen eröffnet ihr Hunde-Restaurant. Imke Nehring hat Geschäftsräume in den Bargteheider Bahnhofsarkaden gemietet und viele Hundefreunde schauen neugierig vorbei. „Scooby’s Diner“ heißt das ungewöhnliche Restaurant, in dem sich alles um das Futter für Vierbeiner und Beratung für ihre Halter dreht.

Das Futter produziert Imke Nehring zu Hause in ihrer Küche. „Gesunde und ausgewogene Ernährung ist auch für Tiere wichtig“, sagt sie. Dabei bevorzugt sie Nahrungsmittel, die sie frisch oder auch schockgefrostet anbietet: „Das ist artgerechter und besser als Trockenfutter, aber eben auch aufwändiger.“ Die ehemalige Bankerin hat sich zur Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen fortgebildet. So kann sie auch Futterpläne für jeden Bedarf aufstellen: „Für alte, sensible oder kranke Hunde ebenso wie für Tiere mit Allergien.“
Die Idee für dieses Projekt wuchs langsam. „Zuerst habe ich an einen Versandhandel gedacht“, sagt sie, „aber ich wollte mit Menschen in Kontakt bleiben.“ Dann stieß sie auf das leerstehende Geschäft an den Bahnhofsarkaden. Dort können die Kunden jetzt bei einem Kaffee klönen und sich beraten las-sen, Sitzgelegenheiten sind auch vorhanden.

Und um dem Namen Restaurant gerecht zu werden, dürfen die Vierbeiner kleinere Portionen auch gleich probieren. Fressnäpfe aus Keramik stehen dafür bereit. Eine Probierportion von 100 Gramm kostet 1,50 Euro. Auch selbstgemachte Bio-Hundekekse und Nahrungsergänzungsmittel sind zu ha-ben. Darüber hinaus sind Leinen, Halsbänder und auf Schadstoffe geprüftes Hundespielzeug im Sortiment. Für 3,70 Euro gibt es eine Tagesportion von 300 Gramm, die für einen zehn Kilogramm schweren Hund ausreicht.

Täglich wechselnde Menüs stehen zur Auswahl. Dienstags und donnerstags gibt es auch einen Lieferservice im Stadt- und Amtsbereich sowie bis nach Ahrensburg. Pansen, Leber, Muskelfleisch und Lachs werden verarbeitet und in bissgerechte Stücke geschnitten. Dazu kommen jede Menge Obst und Gemüse, das nur blanchiert und dann püriert wird. Huhn mit Karotte oder Fischmix mit Banane und Paprika sind zwei der sieben Gerichte, die zur Auswahl stehen. Viele Zutaten besorgt Imke Nehring auf dem Wochenmarkt. Alle Gerichte werden umweltfreundlich in kompostierbare Behälter verpackt.

Namensgeber Scooby ist jetzt drei Jahre alt und gehört seit zwei Jahren zur Familie, Er stammt aus Gran Canaria. „Eine Tierschutzorganisation hat ihn zum Verein „Hundeliebe – grenzenlos“ nach Reinfeld vermittelt, er war geimpft und tierärztlich untersucht “, sagt Imke Nehring. Seine Rasse sei – geschätzt – eine Mischung aus Tibet-Terrier und Havanneser.

Scooby litt zunächst an noch an Giardien, das sind Parasiten im Dünndarm. „Er hat deshalb keine Kohlehydrate oder Getreideprodukte vertragen“, sagt Imke Behring, „aber das konnte ich auskurieren.“ Das sei auch ein Anlass für sie gewesen, sich intensiv mit Ernährungsfragen für Vierbeiner zu beschäftigen. Seitdem bereitet sie das Futter selbst zu. „Für ein bis zwei Tage ist das zu mühselig“, sagt sie, „deshalb habe ich größere Portionen eingefroren.“ Und so entstand auch die Idee fürs Hunde-Restaurant.

Auf dem Weg dahin gab es viele bürokratische Hürden, vom Veterinäramt bis zur Berufsgenossenschaft. „Es gab viele Auflagen, aber auch viele hilfsbereite Menschen“, schildert Imke Nehring ihre Erfahrungen.


Internet: http://www.scoobys-diner.de/

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