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Seefelder Karpfen : Wo das Abfischen ein Dorffest wird

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Seefelder Seegemeinschaft bewirtschaftet seit 1951 den Teich und ist überzeugt, den besseren Karpfen zu haben.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Ein mal im Jahr ist fast ganz Seefeld in Gummistiefeln unterwegs. Das traditionelle Abfischen des Karpfenteichs gehört seit Jahrzehnten fest zum Veranstaltungskalender des Ortes und lockt die Bürger in den Uferschlamm. Die Aktion am Teich erinnert dabei an ein echtes, kleines Dorffest. An den Ständen werden Würstchen und Spezialitäten aus dem Bauernladen angeboten Während Jugendliche beim Abfischen helfen und manche Kinder mit Eimer und Kescher am Ufer gespannt mit von der Partie sind, sitzen die Familien in und an einem Zelt bei Kaffee, Kakao und Punsch. Dem Besucher bietet sich so ein fast schon verklärtes Bild wie aus dem Bilderbuch des Dorlebens.

Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich das selbstgebackene Brot aus dem Backhaus und der geräucherte Aal. Seit 1951 bewirtschaftet eine Gruppe von Dorfbewohnern nun schon den Teich. Das Image des Seefelder Karpfens ist seitdem eigentlich ständig besser geworden. Das erklärt auch, warum zum Abfischen nicht nur ein Großteil der Dorfbevölkerung, sondern auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung anreisen.

Die Seefelder befinden sich – mit ein wenig Augenzwinkern – im Wettkampf mit dem Karpfen aus Reinfeld. Wobei natürlich die Seefelder der festen Überzeugung sind, dass ihre deutlich besser schmecken. Zum jährlichen Treffen in einem Reinfelder Restaurant bringen sie daher ihre eigenen Karpfen mit, um die „Seefelder Qualität“ genießen zu können.

Hermann Tjarks, Vorsitzender der Seegemeinschaft, zeigte sich auch in diesem Jahr mit dem Fang zufrieden. Doch nicht alle Fische enden in der Pfannen. Neben den zu kleinen Tieren, dürfen auch einige ausgewachsene Karpfen und Schleie zurück in den Teich, um für den Nachwuchs in der nächsten Saison zu sorgen. „Der Karpfenertrag ist wieder sehr gut. Nur bei den Schleien lief es leider wieder nicht so, wie wir uns das wünschen“, sagte Tjarks. Kormorane und Reiher würden den Mitgliedern der Seegemeinschaft das Leben schwer machen. Aus Naturschutzgründen dürfen die Vögel nicht effektiv bekämpft werden. Auf der anderen Seite würden sie über die gesamte Saison bei Fangversuchen Fische schwer verletzen, töten oder eben auch fressen. Wie manche Stammkunden sitzen auch die Vögel am Tag des Abfischens bereit und schlagen direkt zu, wenn sich ihnen ein Fang bietet. Vor allem die Schleien werden zum Leidwesen von Tjarks und seinen Kollegen ein Opfer der tierischen Jäger.

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