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Stormarner Wochenschau : Wo, bitte, geht’s zum Königsweg?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vieles dreht sich um das liebe Geld, das man hat oder auch nicht

Worthülsen

Die Oldesloer Haushaltslage ist alles andere als rosig. Das haben glücklicherweise im Prinzip auch alle Politiker verstanden. Wenn auch der Grad der Erkenntnis, vorsichtig formuliert, noch unterschiedlich ist. Und welche Konsequenzen ziehen wir jetzt daraus? Diese Frage könnte unterschiedlicher nicht beantwortet werden. Das konservative Lager aus CDU, FBO und FDP, die, die immer so tun, als seien sie die einzigen, die mit Geld umgehen können, reden von sparen. Aber eigentlich tun sie das gar nicht, sondern sie wollen Projekte nur schieben. Die Probleme werden also kommenden Generationen in die Wiege gelegt – aber es werden keine, oder zumindest weniger Schulden gemacht. Wie sollte es anders sein: Die restlichen Fraktionen argumentieren genau andersherum: Schulden hin oder her – was wir jetzt nicht erledigen, wird später nur teurer.

Und wer hat Recht? Torben Klöhn (SPD) gibt ja immerhin noch zu, den Königsweg nicht zu kennen. Also … richten wir den Blick doch mal etwas zurück. Wie war das damals mit der Mensa im Schulzentrum? Die Sparkommissare wollten den Anbau nicht. Als dann die Zuschüsse gestrichen waren, wurden doch Mensen gebaut. Was ziemlich teuer wurde. Kita im Steinfelder Redder – tut nicht nötig. Wer hatte damals die absolute Mehrheit? Heute wissen wir: Wird doch gebraucht. Hat ja nur drei Millionen Euro gekostet … die man der Erschließungsgesellschaft jetzt natürlich nicht mehr in Rechnung stellen kann. Andererseits ist es auch nicht völlig verkehrt, Lübeck als mahnendes Beispiel hoch zu halten.

Ein Wort mit x ...

„Die Stadt darf nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnimmt“, predigte Matthias Rohde (FBO) bei den Oldesloer Haushaltsberatungen. Okay, kann man so sagen. Und was soll dann gestrichen werden? Worauf soll konkret verzichtet werden? Da kam nix mehr. Dann wird Sparpolitik doch ziemlich dünn und der Ruf nach einer Schuldenbremse populistisch. Die Verwaltung ist da jedenfalls der falsche Ansprechpartner. Die kann allenfalls Pflicht-Ausgaben auflisten. Alles andere steht auf Wunsch der Politik im Haushalt und kann auch nur von der daraus gestrichen werden. Wer ernsthaft sparen will, kommt ums Neinsagen nicht umhin. Bei der zusätzlichen Verfügungszeit für das Kita-Personal hat die FBO das getan (vielleicht vor dem Hintergrund, dass alle anderen Ja sagen und das Nein nicht schädlich war), bei den Kosten für die Partnerschafts-Sause aber nicht.

Auf ein Wort

Kaum angelaufen und schon ein Erfolgsmodell. Im Oktober wurde die Idee in die Tat umgesetzt und die „Krimi-Lounge“ aus der Taufe gehoben. Die Bargteheider Buchhandlung (BB) präsentierte Autor Hardy Pundt. Der las aus seinem Roman „Wattentod“ und unterhielt sich angeregt mit der Zuhörerschaft. Die war geballt vor Ort, die Bude, pardon die Coffee Lounge, mit gut 50 Leseratten rappelvoll. Dass die neue Reihe mit mörderischer Spannung und schmackhaften Beigaben keine Eintagsfliege ist, zeigt sich beim zweiten Akt: Die Lesung mit Angélique Mundt („Denn es wird kein Morgen geben“) am 3. Dezember ist seit Tagen total ausverkauft. Die Karten gingen weg, wie geschnitten Brot. „Wir hätten viel mehr Tickets verkaufen können“, sagt Ulrike Herberg von der BB, „wollen die Bargteheider Krimi-Lounge aber weiterhin im kleineren, familiären Rahmen anbieten.“ Heißt auch in Zukunft: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – buchstäblich schwarz auf weiß. Schön, dass das gesprochene Wort im Trend liegt. Schärfer als das Schwert war es ja eh schon immer.
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