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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:25 Uhr

Trittau : Wo Biomüll zum Erlebnis wird

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Abfallwirtschaft zum Anfassen: Tag der offenen Tür bei der AWSH in Trittau mit Sigi Salatkopf, Grillwurst, Musik und mehr.

Sigi Salatkopf in der Biotonne begrüßte die Gäste, Spiele warteten auf die jungen Besucher – Informationen rund um die Abfallwirtschaft sowie kostenloser Kompost auf die Erwachsenen. Dazu Musik von der Moritz-Marching-Band und der feine Geruch von Biomüll vermischt mit dem Duft von Grillwürsten in der Luft. Das alles bei strahlendem Sonnenschein – so wurde der Tag der offenen Tür der Abfallwirtschaftsanlage ein voller Erfolg. Während einer Führung informierten sich auch Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen und Bürgermeister Oliver Mesch über die Anlage.

In der Annahmehalle wurden in einer Ecke die Dinge ausgestellt, die fälschlicherweise in der Biotonne landeten: Von einer Matratze, über Kleidung bis hin zu Steinen und ganzen Mülltüten voller Restmüll. Und damit war man schon bei einem der Probleme, die bei der Biomüllverwertung auftreten: Zuviel Fremdstoffe, die aussortiert werden müssen und manchmal Schaden an der Anlage anrichten oder, weil sie nicht mehr getrennt werden können, als Restmüll verwertet werden müssen. Dann war die ganze Mühe des getrennten Sammelns umsonst.

Wichtiger Hinweis: Auch die Biomülltüten, die aus verrottbarem Plastik sind, werden von der Anlage nicht erkannt und aussortiert. „Bitte verwenden Sie Papiertüten“, appelliert Holger Pfau von der Abfallwirtschaftsgesellschaft Trittau.

Der Rundgang am Sonntag führte bis hinauf auf die Biogasanlage, in die auch ein Blick durchs Fenster geworfen werden durfte. Man sah eine Menge, die matschigen Kuhfladen ähnelte, die durchgerührt wurde. Die Technik erklärte Wolfram Gelpke: „Eine Förderschnecke bringt regelmäßig Biomüll ein. Das ist wie in einem Kuhmagen. Er muss regelmäßig gefüttert werden, darf aber auch nicht überfüttert werden.“ Aus dem Biomüll wird zum einen Kompost, wie in der normalen Verrottung, der für die Landwirtschaft geeignet ist. Zudem entsteht Biogas, das in ein Blockheizkraftwerk geleitet wird. Der entstehende Strom wird ins Netz eingespeist, die entstehende Wärme, eigentlich ein Abfallprodukt, wird für die Heizung des Fermenters genutzt. Auch der Technologiepark wird so geheizt.

Oben auf dem Fermenter konnten die Gäste einen tollen über Blick über Trittaus Umgebung genießen und die Sicherheits- und Messeinrichtungen in Augenschein nehmen: Eine Sicherheitsfackel würde beispielsweise austretendes Methangas verbrennen. Und da oben herrscht natürlich Rauchverbot. Zu einem Störfall ist es bislang nicht gekommen.

Seit der Tarif im Jahre 2014 umgestellt wurde und das Sammeln von Bioabfällen fördert, ist der Anteil gestiegen, beziehungsweise der Anteil Biomüll im Restmüll gesunken. Der betrug 2014 noch 40 Prozent. Aktuelle Zahlen gibt es aber noch nicht. Etwa 3000 Tonnen Bioabfall sammelt die AWSH monatlich in Stormarn und Herzogtum Lauenburg ein. Saisonbedingt ist in den Sommermonaten mehr Grünschnitt dabei, in den Wintermonaten weniger. „Wichtig sind die Essensreste. Die sollten nicht im Restmüll landen. Und abgelaufene, noch verpackte Lebensmittel müssen entpackt werden, sonst landen sie auch wieder im Restmüll“, erklärte Holger Pfau, AWT. „Der neue Tarif ist ein Erfolg , aber wir haben noch viel zu tun“, resümierte Pressesprecher Olaf Stötefalke.




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