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Gesprächsangebot : Wird die Johanneskirche doch wieder geöffnet?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Ahrensburger Kirchenvorstand bietet die Rücknahme der Schließung an, wenn der Förderverein die Kosten übernimmt – inklusive der Gebäudeunterhaltung.

Am Montag vergangener Woche wurde der Zaun vor der St. Johanneskirche aufgebaut, jetzt sieht es so aus, als könnte sogar die Kirche wieder geöffnet werden. Völlig überraschend hat der Kirchengemeinderat am Dienstagabend für Verhandlungen mit den Förderverein votiert. Wenn der die Kosten für die Kirche übernehme, werde man die Schließung aufheben und keine Entwidmung mehr einleiten.

„Wir möchten durch dieses Angebot unsere aufrichtige Kompromissbereitschaft zeigen und hoffen sehr, dass wir wieder in eine Phase der konstruktiven Gespräche kommen“, sagt Pastorin Anja Botta, die Vorsitzende des Gremiums. Man wolle auf den Förderverein zugehen, „um eine weitere Eskalation“ zu verhindern: „Wir müssen ja irgendwie weiterkommen.“

Einen Haken hat die Sache allerdings. Man werde den Beschluss zur Schließung aufheben, „sofern die gesamten Kosten für den Unterhalt und den Betrieb der Kirche durch den Verein nachhaltig getragen werden“, heißt es in der Mitteilung an den Förderverein. Anja Botta: „Es wurde ja immer beklagt, dass konkrete Zahlen fehlen. Wir werden dem Vereinsvorstand verlässliche Zahlen sowie einen Vertrag vorlegen.“

Sie verlangt allerdings ebenfalls ein konkretes Finanzierungskonzept. „Wenn der Förderverein dazu bereit ist, machen wir einen Vertrag, in dem das verbindlich geregelt wird. Darin muss natürlich festgeschrieben werden, dass Erhaltung und Sanierungen dazugehören. Wie der Verein das macht, wäre seine Sache.“

Das sieht Vereinsvorsitzender Hans-Peter Hansen ganz anders: „Es ist grundsätzlich so, dass die Kirche für ihre Gebäude aufkommen muss, so lange sie zur Gemeinde gehören.“ Dabei kann er auch auf Rahlstedt verweisen, wo vor zehn Jahren ein Förderverein die Dankeskirche übernahm, die bauliche Unterhaltung aber weiter bei der Gemeinde liegt.

In Ahrensburg hatte der Kirchengemeinderat die Schließung aufgrund der Kosten beschlossen. Die Betriebskosten würden bei „mindestens 34 000 Euro jährlich“ liegen. Eigentlich wären es sogar 20 000 Euro mehr, wenn man für die Gebäudeunterhaltung so viel zurücklegt wie der Kirchenkreis vorgibt. „Ich habe die Befürchtung, dass uns die Zahlen diktiert werden. Bisher war meistens von 60 000 Euro die Rede“, sagt Hansen, für den klar ist, dass der Förderverein lediglich die Nutzung finanzieren kann.

„Aber wir nehmen das Angebot natürlich gerne an und freuen uns auf den ersten Gesprächstermin“, sagt Hansen. Zum Schlusssatz im Schreiben an den Verein will er nicht viel sagen. „Sollte dieser letzte Versuch erneut scheitern, wird das Entwidmungsverfahren eingeleitet, und es wird sich vorbehalten, Hausfriedensbrüche strafrechtlich zu verfolgen“, heißt es dort. Hansen: „Es ist nicht der letzte, sondern der einzige Versuch seit dem Schließungsbeschluss vor einem Jahr.“

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erstellt am 30.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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