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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:42 Uhr

„Wir wollen damit ein Tabu brechen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bühme frei für Demenz-Thematik im Kleinen Theater Bargteheide

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 15:06 Uhr

Es ist schwer zu ertragen, wenn ein naher Angehöriger in die Demenz abgleitet. Arno Geiger hat das mit seinem an Alzheimer erkrankten Vater erlebt. Der Schriftsteller begleitete ihn auf seinem Weg über Jahre hinweg und fand dabei einen neuen Zugang zum Vater. Geiger entdeckte dabei seine Familiengeschichte neu und damit auch sich selbst. Aus den Erfahrungen entstand ein berührendes Buch. „Der alte König in seinem Exil“ wurde zu einem Bestseller. Und der wurde zur Grundlage für ein Theaterstück, das am Sonntag, 16. März, im Kleinen Theater Bargteheide aufgeführt wird.

Die Initiative dazu ging von den Hospizvereinen Ahrensburg und Bad Oldesloe aus. „Demenz-Erkrankungen nehmen weiter zu“, sagt Sabine Schaefer-Kehnert vom Hospizverein Ahrensburg, „wir wollen sie stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.“ „Wir möchten damit ein Tabu brechen“, sagt Barbara Gründling. „Erstmals trauen wir uns, ein Theater-Risiko zu tragen“, ergänzt Sabine Schaefer-Kehnert. Dabei werden die Vereine von der Sozialstiftung der Sparkasse unterstützt, die eine Ausfall-Bürgschaft übernommen hat. Auch das Ensemble kommt den Veranstalterinnen im Honorar entgegen.

„Zuerst reagiert der Sohn ärgerlich und mit Unverständnis darauf“, erklärt Sabine Schaefer-Kehnert, „dann wächst die Akzeptanz.“ Der Protagonist entwickelt Strategien, um einen neuen Zugang zur Welt des Vaters zu finden. Die höchst skurrilen Dialoge werden mit viel Humor geschildert.

Auf die Bühne treten damit zwei Schauspielerinnen des Theaters im Bauturm aus Köln. Die verstorbene Theaterprinzipalin Kirsten Martensen hatte bereits 2013 die Bühne für eine Aufführung der Hospizvereine freigegeben, Tochter Caroline Dibbern führt die Tradition fort.

Beide Vereine wollen ihre Kooperation weiter intensivieren und bauen ihre Arbeit aus. „Wir bieten jetzt ein Trauer-Café im Peter Rantzau-Haus an“, sagt Barbara Gründing. Termine sind an jedem 3. Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr, der nächste am 16. März. Eine Selbsthilfegruppe trifft sich zudem an jedem 2. und 4. Montag im Monat ab 19 Uhr im Bürgerhaus Bad Oldesloe (Mühlenstraße 22 im ersten Stock).

Weitere Mitstreiter werden als Sterbebegleiter gesucht. Dafür gibt es eine einjährige Ausbildung mit einem Praktikum. „Wir werden gebraucht, weil wir verschwiegen und neutral in den trauernden Familienstrukturen sind“, sagt Sabine Schaefer-Kehnert.

Die Vorstellung am 16. März beginnt um 19 Uhr. Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 11 Euro. Karten sind bei den Buchhandlungen Willfang in Bad Oldesloe (Hude 5) und Stojan in Ahrensburg (Hagener Allee 3 a) erhältlich. Auch im Büro des Kleinen Theaters gibt es Tickets, der Eingang ist vom Utspann-Parkplatz erreichbar,t montags bis donnerstags von 10 bis 15 und freitags von 10 bis 13 Uhr.

www.hospizbewegung-od.de und www.hospiz-ahrensburg.de




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