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Bad Oldesloe : „Wir wollen auf Wachstumskurs bleiben!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stormarner und die Vierländer Volksbank wollen nächstes Jahr fusionieren. Ziel sei es, aus einer Position der Stärke heraus für die Zukunft besser gewappnet zu sein.

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erstellt am 13.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Irgendwo da, wo Hamburg Dorf und alles andere als pulsierende Metropole ist, dort, wo die Straße kilometerweit schnurgrade verläuft, auf der einen Seite der Elbdeich und Gewächshäuser, auf der anderen einige Einfamilienhäuser, irgendwo da hat die Volksbank Vierlande ihren Sitz. Und genau dorthin hat Holger Wrobel, Vorstand der Volksbank Stormarn, eingeladen. Aus gutem Grund. „Wir haben etwas mitzuteilen, worüber wir uns sehr freuen“, erklärt er. Die beiden Geldinstitute wollen fusionieren.

Man kennt sich, man schätzt sich, man duzt sich – „Wir haben uns tief in die Augen geguckt“, erklärt Karsten Voß, Vorstand der Vierländer Volksbank, „na gut, dann lass uns mal sprechen.“ Bei diesen Gesprächen „auf Augenhöhe“, wie alle beteuern, was nicht selbstverständlich ist, weil die Volksbank Stormarn doppelt so groß ist wie der Partner, sei festgestellt worden, dass beide Institute kerngesund sind, eine hervorragende Eigenkapitalbasis haben und den engen Kontakt zu den Kunden pflegen. Man habe quasi die gleiche DNA.

Deshalb waren erste Sondierungsgespräche geführt worden. Die seien positiv verlaufen. Die Aufsichtsräte beider Banken hätten sich daraufhin einstimmig für die Aufnahme von Fusionsgesprächen ausgesprochen. Ziel ist es, einen detaillierten, rechtssicheren Vertrag zu erarbeiten, in dem die Belange von Kunden, Mitgliedern und Mitarbeitern konkret geregelt sind. Mit Beginn des Jahres 2018 soll die Verschmelzung vollzogen werden. Die Vertreterversammlungen sollen diesen Vorgang nachträglich im Mai absegnen. „Wir haben ein Grundrauschen mitbekommen, dass es sehr positiv aufgenommen wird“, zeigt sich Holger Wrobel, zuversichtlich, dass es die Zustimmung geben wird.

„Der angestrebte Zusammenschluss erfolgt aus einer Position der Stärke heraus, die wir nutzen wollen, um uns rechtzeitig, gemeinsam, aktiv und selbstverantwortlich für die Herausforderung der Zukunft zu rüsten“, sagt Karsten Voß.

Die extrem niedrigen Zinsen machen den Banken zu schaffen. Da es keinerlei Signale gebe, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändere, müssten sie handeln. „Zwangsläufig würden unsere Erträge sinken“, prognostiziert Stormarn-Vorstand Kay Schäding. Außerdem werde der „regulatorische Wahnsinn“, so Voß, immer größer. Außer dem gelte auch für die Volksbanken das, was sie ihren Kunden immer wieder predigten: „Man sollte sich rechtzeitig um die Unternehmensnachfolge kümmern“, sagt Vorstand Wrobel: „Wir sind schließlich Unternehmer, nicht Unterlasser.“ Dazu zählt, dass Vorstandsmitglied Kay Schäding in dreieinhalb Jahren in den Ruhestand geht. Das sei aber auch die einzige Stelle, die eingespart werden solle. Wrobel: „Wir wollen keine Kostensynergien heben, wir müssen das auch nicht machen, um die Regulatorik in den Griff zu bekommen – wir wollen auf Wachstumskurs bleiben!“

Die Vorstände stellen klar, dass alle Arbeitsplätze und alle Geschäftsstellen erhalten bleiben sollen. Einzige Ausnahme: Fünfhausen. Dort überschneidet sich das Geschäftsgebiet, beide Banken haben dort fast in Nachbarschaft Filialen. Davon werde eine, welche stehe noch nicht fest, geschlossen. Die Mitarbeiter verblieben aber am Standort oder kämen in eine nahegelegene Geschäftsstelle.

Die neue Bank wird eine Bilanzsumme von rund 850 Millionen Euro erreichen, gemeinsam wird ein Kundenwertvolumen von 2 Milliarden Euro betreut. 14 Geschäftsstellen werden unterhalten sowie 16 Geldautomaten betreut. 170 Mitarbeiten werden sich um rund 40  000 Kunden kümmern. Beide Unternehmensstandorte sollen erhalten bleiben. Einen Namen für die gemeinsame Bank gibt es noch nicht. Für die Kunden biete der Zusammenschluss viele Vorteile. Holger Wrobel: „In Zukunft werden wir in der Lage sein, höhere und größere Ansprüche zu erfüllen.“ Allerdings werden einige Kunden neue Kontonummer und EC-Karten bekomme. Aber es werde selbstverständlich versucht, die Auswirkungen möglichst gering zu halten.

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