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Zwischenfazit : „Wir waren zuletzt zu euphorisch“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Halbzeit in der Wintervorbereitung: Oliver Zapel, Trainer von Fußball-SH-Ligist SV Eichede, spricht im Interview über die aktuelle Verfassung seiner Spieler und Zukunftsaussichten.

Der Start in die Restrunde steht gewissermaßen vor der Tür: Ab 1. März spielt der SV Eichede in Liga fünf wieder um Punkte und läutet mit dem Heimspiel gegen den TSV Altenholz in der Fußball-SH-Liga die Mission „Aufholjagd“ ein. Das Programm während der Winterpause hat es dabei in sich. Trainer Oliver Zapel will nichts dem Zufall überlassen, um den derzeitigen Rückstand von sieben Punkten und 15 Toren auf Tabellenführer TSV Schilksee Schritt für Schritt zu minimieren. Nach acht Testspielen – allein zuletzt vier Partien in fünf Tagen – feierten die „Bravehearts“ jetzt Bergfest in der Vorbereitung. Grund genug, mit Trainer Oliver Zapel über den bisherigen Verlauf der Vorbereitung zu sprechen. Der 47-Jährige berichtet dabei über die aktuelle körperliche Verfassung der Spieler, die schwankenden Leistungen in den bisherigen Begegnungen und die Zukunftsaussichten.

Oliver Zapel, ganze acht Testspiele hat ihr Team in vier Wochen absolviert. Hinzu kamen intensive Trainingseinheiten – haben Sie nicht manchmal das Gefühl, dass Sie Ihre Spieler körperlich überfordern?

Nein. Alle wissen, dass wir davon profitieren werden. Gerade in diesem Stadium der Vorbereitung ist es wichtig, dass die Mannschaft in eine Zone kommt, in der körperlich nicht mehr viel geht, und in der sich alle in einem Tal befinden. Das haben wir bewusst so gesteuert.

 

Ihre Mannschaft hat gegen Regionalligist Eintracht Norderstedt mit 2:0 gewonnen und teilweise brilliert. Dem stehen aber blutleere Auftritte wie beim 2:4 gegen den SC Condor oder beim 0:4 zuletzt an der Lohmühle gegen Regionalligist VfB Lübeck gegenüber. Wie erklären Sie sich die doch sehr unterschiedlichen Auftritte?

Für mich ist das normal. Ergebnisse sind nicht immer so entscheidend. Wichtig ist, dass wir uns weiterentwickeln. Und das tun wir.

 

Baustellen gibt es aber trotzdem noch, oder? Wo liegen die genau?

Klar, es gibt noch einige Baustellen. Vor allem im defensiven Bereich. Das Pressing funktioniert noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Auch unsere Laufwege passen teilweise noch nicht. Nach Ballverlusten lassen wir uns zu häufig fallen. Auch am Umschaltspiel gilt es zu feilen. Zuletzt in Lübeck waren wir da viel zu naiv, teilweise euphorisch – und wurden durch vier Kontertore bestraft.

 

Im Rahmen der Testspiele finden noch Begegnungen gegen die A-Jugend des SC Condor Hamburg am Sonnabend und eine Woche später gegen den mecklenburgischen Oberligisten MSV Pampow statt. Haben Sie nach den letzten Spielen Ihre Stammformation schon gefunden?

Ich bin da gedanklich schon ziemlich weit. Bei Torge Maltzahn muss ich natürlich noch schauen, wie er sich nach den zwei verpassten Wochen macht. Dabei steht aber außer Frage, dass er als Spieler und Typ eminent wichtig für uns ist, den Unterschied in einem Spiel ausmachen kann.

 

Also ist er einer der gesetzten Spieler?

Torge steht für die SVE-Philosophie. Ein Nico Fischer ist von seiner Art her ebenfalls nicht wegzudenken. Auch Petrik Krajinovic zerreißt sich für den Verein. Andere haben einen ähnlich hohen Stellenwert. Zwei bis drei Positionen sind aber noch offen.

 

Also haben Sie genau das richtige Personal zur Verfügung, um das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen?

Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir gerne in die vierte Liga zurück möchten, nicht diesen Aufwand betreiben, um letztlich nur um die goldene Ananas zu spielen. Trotzdem gehe ich mit diesem Thema vorsichtig um. Jeder sollte bedenken, dass selbst das Erreichen der Aufstiegsrunde noch nicht zur Folge hat, dass man auch aufsteigt. Deshalb muss das Ziel zunächst einmal Meisterschaft heißen.

 

Als Zweiter oder Dritter wäre aber auch der Sprung nach oben möglich. Liebäugeln Sie womöglich mit einem Verzicht der Kieler?

Wir schauen natürlich auch ein Stück weit nach Schilksee, beobachten was dort passiert. Dort ist den Verantwortlichen sehr bewusst, dass ein zu schnelles Wachsen auch schädlich sein kann, es manchmal besser ist, zunächst einen soliden Unterbau zu schaffen, bevor es ins Haifischbecken der vierten Liga geht. Bei uns sind die Voraussetzungen sicherlich anders. Wir haben schon Erfahrung gesammelt, werden aber nichts über das Knie brechen, solide weiter im Rahmen unserer Möglichkeiten verfahren. Doch wie sich das alles wirklich entwickelt, kann ich auch nicht sagen, da wir auch erst einmal mit den Spielern reden müssen, ob diese einen Mehraufwand, fünf Trainingseinheiten in Liga vier wären normal, dann auch kontinuierlich stemmen können und möchten.

 

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erstellt am 12.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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