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Wachwechsel : „Wir waren eine tolle Truppe“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Georg Ruge, Leiter des Oldesloer Polizeiautobahn- und Bezirksreviers, ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Nach 42 Jahren bei der Landespolizei ist nun Schluss. Gestern ging der Erste Polizeihauptkommissar Georg Ruge, Leiter des Polizeiautobahn- und Bezirksreviers (PABR), in den Ruhestand. Standesgemäß für einen Verkehrspolizisten von diesem Rang wurde Ruge zu Hause von seinen Kollegen abgeholt und zur Dienststelle nach Rethwischfeld gefahren. Begleitet wurde der Streifenwagen von drei Krädern der Motorradstaffel der Verkehrsüberwachungsbereitschaft, die den Dienstwagen fast wie einen Staatsgast später zur letzten „Dienstversammlung“ in die feuerwehrtechnische Zentrale nach Nütschau begleiteten.

Georg Ruge begann seine Karriere bei der Landespolizei am 1. Oktober 1973 in Eutin. Vier Jahre später wechselte er zum 1. Revier nach Neumünster, von wo aus er dann sechs Jahre später an die Hochschule nach Altenholz ging, um die Laufbahn des höheren Dienstes einzuschlagen. Ab 1986 war Ruge bei der Verkehrspolizeidirektion in Neumünster, wurde später Vizechef der Verkehrsüberwachung und spezialisierte sich auf die Videoüberwachung, ehe sein weitere Berufsweg bei den Autobahnrevieren begann. Bei der Autobahnpolizei Neumünster an der A7 war Ruge stellvertretender Leiter, auch Dienststellenleiter, genau wie anschließend beim Autobahnrevier auf der A23 in Elmshorn. Von dort kam Georg Ruge am 1. Februar 2009 an die A1 nach Rethwischfeld. Seine Dienstzeit beim PABR Bad Oldesloe begann gleich mit einer Serie von tödlichen Verkehrsunfällen. „Das war ein denkbar schlechter Start, ein heftiger Einstieg“, erinnert sich Ruge. Schwere Unfälle, schwer verletzte oder getötete Menschen, aber auch Einsätze weitab der Autobahn haben den Polizisten aus Leidenschaft begleitet. „Brokdorf war heftig. Da hat man auch Angst gehabt. Wir waren damals alle im Stress. Solche Einsätze vergisst man nicht“, erinnert sich Ruge. Auch der G8-Gipfel in Heiligendamm sei ein besonderer Einsatz gewesen, den man im Gedächtnis behalte. Und wenn er als Betreuer gerufen wurde, um betroffene Polizisten nach bedeutenden Einsätzen psychologisch zu betreuen, seien schon heftig gewesen. „Da bin ich beispielsweise gerufen worden, weil sich ein Kollege erschossen hatte und musste dann nicht nur die Kollegen, sondern auch die Ehefrau betreuen. Das bleibt hängen, keine Frage“, sagt Ruge nachdenklich.

Aber es gab eben auch viele schöne Momente. Zu denen zählt zweifelsfrei die Arbeit mit der Videotruppe und die Zeit in der Kradstaffel. Ruge war mit der Motorradstaffel zu vielen Auftritten in Kiel, Rostock oder Köln. „Wir waren eine tolle Truppe, auch außerhalb des Dienstes“, sagt Ruge. Noch heute ist er Mitglied der „Blue Nights“, einer Vereinigung Motorrad fahrender Polizisten. In den vergangenen Monaten war es seine Aufgabe, die beiden Dienststellen Autobahnpolizei und Bezirksrevier zu einer Dienststelle zusammen zu führen.

Nach 42-jähriger Dienstzeit ist der erste Polizeihauptkommissar nun im verdienten Ruhestand. „Ich gehe mit einem lachenden Auge, denn ich gehe zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin gern Polizist gewesen, gern Verkehrspolizist.“ Es hätte ihm in der Seele weh getan, wenn man immer mehr seiner Beamten abgezogen hätte, weil die andere Aufgaben übernehmen müssten und nicht mehr für ihre eigentlichen Tätigkeiten zur Verfügung stünden. „Verkehrsüberwachung zu minimieren, ist nicht gut. Da kann ich schlecht mit umgehen“, sagt Ruge. Seinem Nachfolger wünsche er alles Gute. Der solle darauf vertrauen, dass die 42 Mitarbeiter des Fachdienstes Autobahn wie auch die 33 Mitarbeiter des Fachdienstes Bezirk einen sehr guten Job machen. Er wolle jetzt mit seinem Wohnmobil die ein oder andere Reise mit seiner Frau machen. Als Ziele nannte Ruge Portugal, Frankreich und die Atlantikküste. Und er wolle natürlich seinem Hobby Motorradfahren nachgehen.

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