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Bad Oldesloe : „Wir“ übernimmt Veranstalterrolle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadtverwaltung zieht sich bei verkaufsoffenen Sonntagen zurück. Aber der Marketing-Verein springt ein. Zumindest für die drei weiteren Termine in 2016.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Es wird gewissermaßen eine Premiere und dann ist auch schon wieder Schluss: Gleich der 3. Januar wird der erste verkaufsoffene Sonntag des dann noch ganz neuen Jahres. Veranstalter ist die Stadt, mit tatkräftiger Unterstützung der neu gegründeten Interessengemeinschaft Handel. Doch diese Allianz ist nicht von langer Dauer. Denn die Stadt verabschiedet sich damit wieder aus der Veranstalter-Rolle.

Bislang hatte die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (Gok) den Hut bei den verkaufsoffenen Sonntagen auf. Doch der Gewerbeverein ist bekanntlich in der Auflösung. Inzwischen haben sich zwar einige Kaufleute zur IG Handel zusammengefunden (wir berichteten), aber völlig ohne Struktur. „Das ist keine juristische Person“, erklärt Marco Schmidt, Chef des Modekaufhauses Rohde: „Deshalb kann sie auch nicht handeln.“ In dieser „Notsituation“ sprang die Stadt ein und übernahm die Veranstalterrolle kurzfristig. Doch das sei nicht Aufgabe des städtischen Veranstaltungsmanagements. „Das ist Lobbyismus und Wirtschaftsförderung“, macht KuB-Managerin Inken Kauter eine klare Ansage. Gleichwohl sei es wichtig gewesen, dass die Stadt eingesprungen sei. Aber nicht für die drei noch folgenden verkaufsoffenen Sonntage. Für die wird der Wir-Verein als offizieller Veranstalter auftreten.

„Wir haben ja eine ‚Projektgruppe Handel‘ in der eine Kerngruppe diese Aufgabe übernimmt“, erklärt Kassenwart Günter Knubbe: „Auf die werden wir uns ganz stark verlassen müssen.“ Aber auch diese Variante soll nicht auf Dauer angelegt sein. Knubbe: „Der Handel muss eigene Lobby-Arbeit leisten. Da führt kein Weg dran vorbei. Der Handel muss Engagement zeigen.“

Das Signal ist (zumindest bei einigen Kaufleuten) angekommen. „Es kann nicht sein, dass es nur wieder auf drei oder vier Rücken abgeladen wird. Alle müssen mitziehen“, mahnt Eva-Marie Bruszies von B&K-Moden: „Wir werden versuchen, den Handel mitzureißen.“ Marco Schmidt, der sowohl in der IG wie auch im Wir-Verein engagiert ist, findet die Konstellation auch nicht zwingend zukunftsfähig. „Bei Wir sind zu viele Mitglieder, die nichts mit Handel zu tun haben. Wir müssen bis Mitte des Jahres sehen, ob wir wieder einen Verein gründen oder ob es doch eine andere Lösung gibt.“

Eine Entscheidung, die nicht auf die lange Bank verschoben werden darf, doch vorerst gibt es wichtigeres: Das Weihnachtsgeschäft und gleich im Anschluss daran der verkaufsoffene Sonntag. Ist das nicht viel zu dicht beieinander? Marco Schmidt hat dazu eine klare Sichtweise: „Bislang waren am Jahresende immer zwei verkaufsoffene Sonntage dicht beieinander. Das wollten wir entzerren.“ In anderen Städten sei der erste Januar-Sonntag längst etabliert. Hinzu kommt, laut Eva-Marie Bruszies, dass beispielsweise der Februar ein ganz schlechter Monat für eine solche Aktion sei: „Da warten alle schon auf den Frühling. Da kannst du keine Winterware mehr verkaufen.“

Also der 3. Januar. „Winterzauber “ soll das Motto des Sonntags lauten. Marco Schmidt schaut etwas skeptisch nach draußen: „Schnee wäre dann schon toll.“ Doch notfalls geht es auch ohne. Der Marktplatz soll dann zum Winterwald werden. Die diversen Weihnachtsbäume aus der Fußgängerzone werden dafür dort zusammengetragen. Außerdem wird eine Anlage für Eisstockschießen aufgebaut. Es wird Bratwurst und Glühwein geben. Die Glühweinhütte vor Ihr Platz wird bis zu dem Termin stehen und geöffnet bleiben.

Auf der Hude werden Kinder zum Stockbrot-Backen über Feuerschalen eingeladen. Eva-Marie Bruszies freut sich: „Ich bin von der Oldesloer Bühne angesprochen worden, die sich dort gerne mit einbringen wollen. Wir hoffen, dass sich noch viele andere Verein und Verbände für die Sonntage melden.“ Der Theaterverein wird Kinderschminken anbieten, seine Chronik vorstellen und einen ersten Blick auf sein neustes Projekt „Der kleine Tag“ gewähren.

Richtung Besttorstraße informiert der Verein Lebensweg um Sabine Tiedtke über die Planungen für ein stationäres Hospiz. Höhepunkt am Ende der Straße wird ein Snowboard-Simulator sein. Außerdem sind alle Geschäftsleute aufgerufen, in ihren Läden mit eigene Aktionen für entsprechende Atmosphäre zu sorgen.

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