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Stormarner Tageblatt

23. September 2017 | 11:32 Uhr

Bad Oldesloe : „Wir suchen nach Lösungen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zukunftssorgen überschatten die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Waldorf-Kindergartens.

shz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Vor 32 Jahren war es nur ein Traum, mittlerweile ist er seit dreißig Jahren Realität. Der Oldesloer Waldorfkindergarten im Rümpler Weg beging seinen runden Geburtstag. Und während am Sonnabend gemeinsam mit den Kindern, Ehemaligen und vielen Gästen öffentlich gefeiert wurde, gab es bereits einen Tag vorher ein Treffen von Gründern, aktuell engagierten Eltern und Vertretern von Politik und Verwaltung in den Räumlichkeiten.

Neben großen Lobeshymnen, Anekdoten, interessanten Rückblicken und ausführlich geschilderten Eindrücken aus der Historie wurde besonderes Augenmerk auf den Auftritt von Bürgermeister Jörg Lembke gelegt, der ebenfalls unter den Gästen waren. Kürzlich schreckte er die Waldörfler auf, weil er sagte, dass die Frage erlaubt sein müsse, ob – bei einem Neubau oder einer Komplettsanierung aus städtischen Geldern – auch in Zukunft noch ein Waldorfkindergarten an dieser Stelle existieren muss.

Nun lauschte Lembke den teilweise sehr emotional vorgetragenen Erinnerungen und Geschichten in den Räumlichkeiten des ehemaligen Wohnhauses, das mittlerweile der Stadt gehört. Wichtiger Faktor war, dass der besondere Charme des Kindergartens auch zum Konzept gehöre. „Wir sind froh, dass unser Haus nicht so aussieht, wie viele andere Kindergärten in der Stadt. Vor allem die Neubauten sehen ja eher aus wie Bankfilialen“, so Etzart Keibel, der zu den Gründern vor dreißig Jahren gehörte.

Lembke nutzte die Gelegenheit, um sich zum ersten Mal persönlich ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen. „Ich war tatsächlich noch nie hier und ich kenne mich auch mit Waldorf nicht aus. Aber ich lerne gerne dazu“, sagte er im Gespräch mit Kindergarten-Leiterin Maike Keibel. Diese hob immer wieder hervor, mit wie viel Sorgfalt und Liebe sich die Eltern und Mitarbeiter um die Kinder und Räumlichkeiten bemühen, um eine optimale Umgebung zu schaffen. „Ich gehe davon aus, dass alle Kindergärten in Bad Oldesloe das tun“, so Lembke. „Ich habe der Politik die Frage gestellt, ob wir in Zukunft noch einen Waldorfkindergarten wollen. Das ist eine legitime Frage und diese wurde klar mit Ja beantwortet. Also suchen wir Lösungen. Ich habe auch nichts gegen Waldorfkindergärten, das ist mal klar“, sagte der Verwaltungs-Chef. „Die Frage ist nur, ob wir als Stadt hier in die Finanzierung gehen wollen oder werden. Wir haben ein Fünf-Millionen-Haushaltsloch, wie ja alle wissen. Was können wir uns leisten und was nicht?“, warf Lembke in den Raum. „Wir sind in guten Gesprächen und wollen auch alternative Finanzierungsmodelle finden. Vielleicht gibt es Investoren oder der Förderverein bringt das Geld für einen Neubau selbst auf“, so der Bürgermeister weiter. Er wünsche den engagierten Eltern und ihren Kindern natürlich, dass es noch dreißig Jahre oder länger weitergeht.

„Klar ist, dass das Gebäude in dieser Form den Ansprüchen an einen modernen Kindergarten nicht gerecht wird. Das also was passieren muss“, betonte Lembke nach der Besichtigung des Hauses. In diesem Punkt ist er sich auch mit der Kindergartenleitung einig. „Wir haben nicht mal ein richtiges Büro. Vieles ist improvisiert. Es war halt früher ein Wohnhaus“, so Keibel. Wichtig sei der Charakter der Räumlichkeiten. So etwas ließe sich aber auch in einem neuen Gebäude realisieren.

„Ich finde das Haus und auch das Gelände mit dem schönen Außenbereich und Spielplatz haben Charme. Es wäre schade, wenn man es nicht in dieser Form irgendwie erhalten kann“, sagte die Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann (SPD). Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Sozialausschusses, Amelie Strehl (FBO): „Es hat viel Charme und auch etwas Verwunschenes. Man muss sehen, was möglich ist. Es ist alles nicht einfach.“ 

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