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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:57 Uhr

„Wir stehen jetzt am Scheideweg“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wind oder Gewerbe in Hammoor: Gemeindevertretung stellt Weichen, denn im Herbst werden die Interessen abgewogen

Es wird Zeit für Hammoor, die Planung der Gewerbegebiete beiderseits der Autobahn 1 voranzutreiben. Denn eine Teilfläche auf der Westseite wurde von der Landesplanung als Eignungsfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen. Durch die Regel zum Mindestabstand von 400 Metern zu jeglicher Bebauung würden die Gewerbepläne scheitern. „Das ist ein Projekt von überregionaler Bedeutung“, sagt Hammoors stellvertretender Bürgermeister Horst Lassen.

Im Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans ist auf der Westseite der A 1 eine Vorrangfläche für Windenergie vorgesehen. Das möchten die Wirtschaftsförderer von der Wirtschafts- und Aufbau-Gesellschaft Stormarn (WAS) und die Gemeinde ändern. Gemeinsam wollen sie auch weitere Gewerbeflächen im Dreieck nördlich der Autobahn 21 und westlich der A  1 entwickeln. Konkreter sind schon Pläne für den Autohof und Gewerbeflächen auf der Ostseite.

Die Gemeindevertretung hat einstimmig grünes Licht für eine Stellungnahme zur Windkraft gegeben, um damit Einfluss auf die Planungen zu nehmen. Ein Fachbüro soll sie kurzfristig erarbeiten. Außerdem beschlossen sind die Änderung des Flächennutzungsplans, die Aufstellung eines Gewerbeentwicklungskonzepts und B-Plans für den Autohof.

Planer Karsten Schwormstede empfahl, rasch weitere Fakten zu schaffen: „Im Herbst werden die Interessen zwischen Wind und Gewerbe abgewogen, da sollten sie viel in die Waagschale werfen.“ Es müsse deutlich werden, dass hier keine Verhinderungsplanung beabsichtigt sei. „Die Gemeinde muss ernsthaftes Interesse bekunden.“ Stellungnahmen zur Windkraft und zum Gewerbeentwicklungsgebiet sollten bis Ende Juni vorliegen, zuvor müsse auch ein Rahmenkonzept beschlossen werden.

Dieser Fahrplan wurde einstimmig beschlossen. Ein Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans soll bis Anfang Mai verabschiedet werden, ebenso ein Rahmenkonzept zur Gewerbeentwicklung und die Stellungnahme zur Windkraft bis Mitte Juni. Dabei sollen übergeordnete Behörden wie Landesplanung, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sowie die untere Naturschutzbehörde frühzeitig beteiligt werden.
„Wir stehen jetzt am Scheideweg, Windkraft ja oder nein“, sagt WAS-Chef Detlev Hinselmann. Seit neun Jahren werde das Konzept für ein Gewerbegebiet diskutiert. Die WAS sei bereit, die Planungskosten mitzutragen. „Eine kleinere Fläche für Windkraftnutzung könnte trotzdem kommen“, sagt er.



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