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Elmenhorst : „Wir sind mit am meisten vom Lärm betroffen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mehr als 350 Elmenhorster bringen mit ihrer Unterschrift Protest gegen den Fluglärm zum Ausdruck.

Mit einer Beschwerdeflut Elmenhorster Einwohner muss die Hamburger Fluglärmschutz-Kommission rechnen. „In nur drei Wochen haben wir 341 Beschwerden gesammelt“, sagt Barbara Gosch von der Initiative „Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst“. 20 weitere wurden bereits direkt an die Kommission weitergeleitet. Die übrigen wird Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach am kommenden Freitag überreichen.

Sarach vertritt jetzt die Stormarner Gemeinden in der Kommission. Für ihn ist es die erste Sitzung, an der er teilnimmt. „Das Thema ist komplex“, mahnt Ahrensburgs Bürgermeister Sarach zu Geduld, „Erfolge sind nicht von heute auf morgen zu erwarten.“ Er sei bemüht, die Interessen der Stormarner Gemeinden in die Abwägung einzubringen. Er müsse zunächst sondieren, welche Allianzen und Interessen die übrigen 30 Kommissionsmitglieder vertreten.

Aus Ahrensburg und Großhansdorf häuften sich die Beschwerden. „Aus Bargteheide haben wir bisher wenig gehört“, sagt Sarach. Er spüre in Ahrensburg selbst, dass die Flieger beim Eindrehen mehr Lärm verursachten als im Sinkflug. „Die Kommission kann nur Empfehlungen geben“, sagt er, „was ins Pilotenhandbuch eingetragen wird, entscheiden andere in der Flugsicherung.“ Und letztlich habe der Pilot das letzte Wort in puncto Sicherheit. Weiteres Problem sei der Föderalismus der Bundesländer. „Es wird viel von der Metropolregion Hamburg gesprochen, aber wenig gelebt.“

„Wir sind mit am meisten vom Lärm betroffen“, sagt Joachim Gosch, „denn wir werden von drei Seiten überflogen.“ Sowohl von Norden, Osten und Westen schwenken die Flieger auf den Leitstrahl zum Hamburger Flughafen ein. Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Situation zugespitzt, es werden jetzt deutlich mehr Flugzeuge über der Gemeinde gezählt.

Erste, noch vorläufige Messergebnisse haben eine Belastung von bis zu 74 Dezibel ergeben. Der Straßenverkehr spiele dabei keine Rolle, so Joachim Gosch, denn der Messpunkt sei weitab der Hauptverkehrsadern im Wohngebiet. Früher seien etwa 30 Prozent der Flieger über Elmenhorst eingeschwenkt, sagt er: „Das hat noch niemanden gestört, aber jetzt muss der Lärm gerechter verteilt werden.“ Das unterstreicht auch seine Frau Barbara: „Wir werden als landwirtschaftliche Fläche betrachtet, das lassen wir uns nicht gefallen.“ Seit November vergangenen Jahres gebe es allein abends 33 zusätzliche Flugbewegungen über der Gemeinde. Es gebe genug Möglichkeiten, die Flieger über unbebautes Gebiet zwischen Bargteheide und Elmenhorst herumzuleiten. Wenn der Korridor seitlich verschoben wird, kann das relativ schnell geschehen“, sagt ihr Mann.

Die Aktion geht weiter“, kündigt Joachim Gosch an, „wir sammeln weitere Unterschriften.“ Wichtig sei, dass jeder Einwand persönlich geltend gemacht werde: „Wir haben einige Formulare, auf denen mehrere unterschrieben haben.“

Die Beschwerdebögen sind bereits an alle Haushalte verteilt worden. Am Briefkasten am Gemeindezentrum in Elmenhorst sind weitere vorhanden. „Wir holen sie auch bei den Menschen ab, wenn sie schlecht zu Fuß sind“, sagt Barbara Gosch.







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