Bad Oldesloe : „Wir sind die Guten“

Detlev Hinselmann und Birgit Moritz-Russnak von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mit Staatssekretär Dr. Frank Nägele (li.) und den beiden ehemaligen WAS-Geschäftsführern – Norbert Leinius (hinten) und Gerhard Heyer (re.)
Detlev Hinselmann und Birgit Moritz-Russnak von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mit Staatssekretär Dr. Frank Nägele (li.) und den beiden ehemaligen WAS-Geschäftsführern – Norbert Leinius (hinten) und Gerhard Heyer (re.)

60 Jahre WAS: Staatssekretär verspricht Planungen für Ausbau der Autobahn-Anschlussstellen.

von
24. März 2017, 06:00 Uhr

„Die Verkehrsprobleme in Stormarn haben Priorität. Wir werden uns intensiv um die drei Autobahnanschlussstellen kümmern“, versprach Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Bad Oldesloe, wo er als Festredner zur 60-Jahr-Feier der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) geladen war.

Weil es in Ahrensburg seit langem Probleme gibt, ohne dass sich etwas tat, und in Stapelfeld/Rahlstedt ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Hamburg geplant ist, hatte die WAS gemeinsam mit den Gemeinden eine technische Expertise zum Verkehr in Auftrag gegeben. „Das ist eigentlich nicht unsere Aufgabe“, so WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann, der aber hofft, dass die Ergebnisse, die Ende April vorliegen sollen, einen Ausbau forcieren. Davon geht auch Landrat Dr. Henning Görtz aus: „Ich denke, dass das jetzt in Kiel angekommen ist und unsere Probleme wahrgenommen werden.“

Dass die täglichen Staus den Unternehmen nicht zumutbar seien, hatte Dr. Nägele eingeräumt. Bevor irgendetwas besser werden kann, wird es aber schlimmer. In vier Wochen wird es für viele Monate eng auf der A  1, wenn die Autobahn zwischen Barsbüttel und Stapelfeld saniert wird. Dabei wird auch die Anschlussstelle Stapelfeld erneuert und man werde im Zuge der Gewerbegebietsplanung ebenfalls prüfen, ob ein vierspuriger Ausbau der Alten Landstraße, der L  222, notwendig sei.

Die nächste Baustelle wäre dann die Brücke über die A  1 an der Anschlussstelle Ahrensburg/Siek. Wenn man das Nadelöhr beseitige, wäre schon viel gewonnen, allerdings weiß noch niemand, wie man eine Brücke saniert und verbreitert, ohne sie zu sperren. „Wir überlegen zurzeit, wie wir das organisatorisch machen“, so Nägele. Arbeiten an der vielbefahrenen A  1 seien immer „Operationen am offenen Herzen.“

Dritter Knackpunkt ist Hamberge, wo Lärmschutz und der Bau einer Auffahrt seit Jahren versprochen sind. „Zwingend notwendig“, nennt der Staatssekretär das jetzt. Die Frage, wann es realisiert wird, vermag er allerdings nicht zu beantworten. Das Land möchte die Planung, „damit es schneller geht“ und man Dopppelarbeit vermeide, an die bundeseigene Gesellschaft abgeben, die ab 2020 für Autobahnplanung zuständig sein wird.

Nägele geht von vier bis fünf Jahren für das Verfahren aus, weil alle Prüfungen neu gemacht werden müssten. Da soll die Teststrecke für E-Lkw zwischen Reinfeld und Lübeck lange in Betrieb sein, die Hamberges Bürgermeister Paul-Friedrich Beeck zum Anlass genommen hat, um die Forderungen seiner Gemeinde mit deutlichen Worten zu erneuern. Einen Zusammenhang mit der Testrecke verneinten sowohl der Staatssekretär als auch der Landrat. „Beides muss schnell kommen“, so Dr. Görtz.

Finanziell ist das größte Stormarn betreffende Infrastrukturprojekt die geplante S  4. Der Nutzen für den Hamburger und den Hauptbahnhof ist unbestritten, die Kosten sind mit 600 bis 800 Millionen Euro aber über dem Limit. Deshalb war intern schon überlegt worden, die S  4 in Rahlstedt enden zu lassen. Das wollen weder der Kreis noch das Land. „Wir werden keine Lösung akzeptieren, die nicht zu Verbesserungen für Stormarn führt“, kündigte Dr. Nägele an und bekannte: „Die S  4 ist eines der dicksten Bretter, die gebohrt werden müssen.“

Ohne Investitionen in die Infrastruktur und ohne neues Denken werde man die Erfolgsgeschichte des Kreises und der WAS nicht fortschreiben können, waren sich alle Redner einig. Auch der Erfolg in der Vergangenheit sei nicht vom Himmel gefallen, sondern erarbeitet worden, so der Landrat. „Wir sind die Guten“, sagte WAS-Chef Hinselmann, „wir sorgen für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, und für das, was die Wirtschaft und die arbeitende Bevölkerung benötigt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen