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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 08:43 Uhr

„Wir setzen konsequent auf Qualität“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Abo-Vorverkauf für die Theater- und Musiksaison in Ahrensburg hat begonnen

Bitterböse ist die Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“. Verfasst hat sie Theresia Walser, Tochter des Schriftstellers Martin Walser. Der groteske Titel ist ein Zitat aus einem Gedicht des Diktators Gaddafi. Protagonistinnen sind drei Ehefrauen, die nicht zufällig an Margot Honecker, Imelda Marcos und Leila Trabelsi (Frau des tunesischen Ex-Herrschers Ben Ali) erinnern. Auf einer Pressekonferenz versuchen sie, sich zu rechtfertigen und gegenseitig zu übertrumpfen. Ihr Dolmetscher wird dabei zum Angelpunkt, er interpretiert sehr frei oder verdreht manches gar ins Gegenteil. So entsteht ein Feuerwerk von Pointen, das zugleich zum Zeugnis der Niedertracht wird.

Mit diesem abgründigen Stück beginnt am Sonnabend 4. Oktober die Theatersaison in Ahrensburg, Doris Kunstmann spielt darin eine Hauptrolle. Der Verein Theater und Musik hat das Programm zusammengestellt. „Wir setzen kompromisslos auf Qualität“, sagt die Vorsitzende Sabine Schwarz, „auf gute Stücke und hervorragende Schauspieler.“

Der Vorverkauf der Theater- und Musikabonnements hat bereits begonnen. Auch wer sich spontan für einen Besuch entscheidet, hat gute Chancen auf einen Platz. „Die Auslastung im Theaterbereich liegt im Schnitt bei knapp zwei Drittel der Plätze“, sagt der zweite Vorsitzende Hinrich Tramm. Bei den Konzerten sei der Eduard-Söring-Saal zwar noch deutlich voller. Aber auch hier fänden Musikbegeisterte stets noch einen Platz.

Am 16. November kommt der Klassiker „Jenseits von Eden“ nach dem Roman von John Steinbeck nach Ahrensburg. Zwölf Schauspieler spielen darin 32 Rollen. Das Schauspiel „Licht im Dunkel“ handelt vom Schicksal der taubblinden Helen Keller, die von ihrer Lehrerin aus der Isolation befreit wurde. Es steht am 19. Januar auf dem Programm. „Jeder stirbt für sich allein“ nach dem Roman von Hans Fallada wird am 1. März im Alfred-Rust-Saal aufgeführt. Darin geht es um das Schicksal eines Ehepaars, das den einzigen Sohn im Krieg verloren. Daraufhin erklären sie 1942 dem Nazi-Regime den Krieg und werden zum Tode verurteilt. Mit einer Komödie von Goldoni, „Diener zweier Herren“, endet die Saison am 21. März. Ein besonderes Bonbon hat der Verein für eine weihnachtliche Lesung im Park Hotel. „Wir haben Uwe Friedrichsen dafür gewinnen können“, freut sich Hinrich Tramm.

Der Eduard-Söring-Saal begeistert Musiker durch seine hervorragende Akustik. Martin Stadtfeld am Klavier eröffnet hier das musikalische Programm mit Werken von Schumann und dem älteren Bach an diesem Sonntag, 21. September. „Mozart und Frankreich“ lautet das Thema am 9. November mit dem Ensemble Obligat, das auch Werke von anderen Komponisten erklingen lässt. Ein Sonatenabend ist für den 25. Januar geplant, das Ahrensburger Kammerorchester gastiert am 14. Februar.

Klassik steht auch am 28. März mit dem Armida (Streich-)Quartett. Der finnische Pianist Antti Siirala gastiert am 25. April und der bekannte Musiker Daniel Hope lädt am 31. Mai zu einem Violinrecital mit Conference ein. „Zwischen Himmel und Hölle“ heißt sein Programm mit Werken von Penderecki, Schnittke und Bach. Der Stargeiger hat auch mit seinem Buch „Wann darf ich klatschen“ Furore gemacht und wird einen eloquenten Auftritt gestalten.
„Weltspitzen-Musiker kommen, aber auch begabte jüngere Leute“, freut sich Tramm. So konnte er Daniel Hope engagieren, weil dessen Agent den Söring-Saal kannte. Tramm blicht zuversichtlich in die neue Saison. Gedanken macht er sich schon fürs Programm in den nächsten Jahren. Die Planung für die Saison 2016/17 sei bereits abgeschlossen. Tramm hat Planungssicherheit durch den Zuschuss der Stadt in Höhe von 48 000 Euro. Das Gros des Publikums sei die Altersgruppe über 50, so Sabine Schwarz. Sie sucht die Kooperation mit den Schulen, um die Jugend für ein Theaterprojekt zu begeistern. „Studenten und Jugendliche mit Ausweis zahlen an der Abendkasse nur zehn Euro Eintritt“, hebt sie hervor.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 10:45 Uhr

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