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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 12:38 Uhr

Bargteheide : „Wir machen das jetzt!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

SPD-Bundestagsabgeordneter Thönnes macht sich in Bargteheide ein Bild über die Situation der Flüchtling in der Stadt.

Täglich kommen Flüchtlinge nach Stormarn. Der Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes (SPD) nutzt die sitzungsfreie Zeit, um sich vor Ort ein Bild von der dadurch entstehenden Situation zu machen. Gestern besuchte er Bargteheide. „Ich finde es erfreulich, was hier passiert, wie sich Ehrenamtliche und Hauptamtliche gemeinsam einbringen. Das ist beispielhaft und vorbildlich“, zeigte er sich beeindruckt.

„Wir müssen die Sorgen skeptischer Menschen ernst nehmen. Andererseits darf man den einzelnen Verängstigten auch nicht in den Mittelpunkt stellen. Das beste Mittel gegen Vorurteile ist die direkte Begegnung mit den Flüchtlingen“, empfahl der Bundespolitiker. „So weit her kann es mit der Angst vor dem Fremden auch nicht sein, wenn ich sehe, wie reiselustig viele Deutsche sind“, so Thönnes weiter. „Wenn Bürger Angst haben, aber nicht bereit sind, den Schritt auf die Flüchtlinge zuzugehen, weil sie lieber am Stammtisch bleiben und uninformiert Parolen dreschen möchten, dann kann man auch nicht helfen“, bezog Bürgermeister Henning Görtz (CDU) klar Stellung. Er setze auf gezielte und ehrliche Informationen und das Einfühlungsvermögen der Bargteheider. „Es gibt bei uns sehr viele ehrenamtliche Helfer, die sich wunderbar einbringen“, so der Bürgermeister.

Vermieden werden soll weiterhin die Nutzung von Sportstätten oder Schulen zur Unterbringung von Flüchtlingen. „Ganz klar ist aber, dass das nur geht, wenn wir Wohnungen auf städtischen Grundstücken in Wohngebieten bauen. Das sollten sich die Bürger klar machen, die dagegen protestieren“, so Görtz. Das Wohnraum geschaffen werden muss, darüber gäbe es keine Diskussion, stellt er klar.

„Es sind die Kommunen, die den Großteil der Herausforderung stemmen müssen. Und das passiert oft weit über das hinaus, was in den Verträgen mancher Verwaltungsmitarbeiter steht. Daher finde ich den Besuch von Herrn Thönnes hier ein gutes Signal“, sagte Herbert Sczech, der Amtsvorsteher Bargteheide-Land. „Die Bundespolitik soll diplomatisch dafür sorgen, dass in den Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen, Frieden einkehrt. Außerdem sollten Asylverfahren beschleunigt und nicht zuletzt die finanzielle Unterstützung ausgebaut und auf Sicht konstant und verlässlich geregelt werden“, gaben Görtz und Sczech ihrem Gast aus Berlin mit auf den Rückweg.

Bargteheide hat aktuell für die Jahre 2015/16 2,3 Millionen Euro für den Bau von Flüchtlingsunterbringungen investiert, das Amt Bargteheide 2,2 Millionen Euro. „Für 2016 mussten im Haushalt aber keine Projekte gestrichen werden, 2017 klafft allerdings aktuell schon eine Lücke“, so Görtz.

Herausforderungen seien aber auch eine Chance und viele Flüchtlinge brächten echtes Potenzial mit, betonte Görtz. „Es reicht nicht zu sagen: ,Wir schaffen das’. Wir sollten sagen: ,Wir machen das jetzt!“, so Thönnes.  

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erstellt am 19.Okt.2015 | 15:05 Uhr

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