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Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 19:29 Uhr

„Wir lachen viel, das ist gesund“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Johanna Haufe feiert am Sonnabend im Seniorenwohnpark Klein Hansdorf ihren 105. Geburtstag

Für sie war das Glas immer halbvoll und nicht halbleer. Vielleicht ist dies das Geheimnis von Johanna Haufe. Sie feiert am Sonnabend im Seniorenwohnpark Klein Hansdorf ihren 105. Geburtstag. Zum Empfang ab 11 Uhr kommt auch der Bürgermeister Herbert Sczech. Er bringt ein blaues Halstuch mit, um der Jubilarin einen Wunsch zu erfüllen.

In Hamburg kam Johanna Haufe zur Welt. Sie erinnert sich noch an die Hungerjahre im Ersten Weltkrieg mit dem Steckrübenwinter: „Der Hunger war schlimm damals, aber mir schmecken Steck-rüben bis heute.“ Sie war das Nesthäkchen unter zwei Schwestern und einem Bruder. Ihre Eltern kamen aus dem heutigen Tschechien und der Slowakei nach Hamburg, der Vater fand hier eine Stellung als Vorarbeiter.

Johanna Haufe besuchte die Volksschule, absolvierte ein soziales Jahr und fand Arbeit in einer Wäscherei. Bei einem Tanzvergnügen lernte sie ihren Mann Paul Haufe kennen, der als Schriftsetzer in einem Verlag arbeitete. In Schiffbek, das damals noch zum Kreis Stormarn gehörte, wurde Tochter Trautel geboren. Sie blieb das einzige Kind des Paarws.

In den Dreißiger Jahren bezog die Familie eine Wohnung in Hamburg-Hamm. Und wieder erlebte die Jubilarin einen noch schrecklicheren Krieg. Beim großen Bombenangriff auf Hamburg 1943 verlor sie alles, die Familie wurde ausgebombt. „Sogar der Asphalt brannte“, erinnert sich ihre Tochter, „es war schrecklich.“ Sie wurden nach Bayern und später nach Dresden evakuiert. Bevor auch die Sachsenmetropole schwer bombardiert, kehrte die Familie zu ihrem Glück zurück nach Hamburg.

Erst vor zwei Jahren zog Johanna Haufe in den Seniorenwohnpark um. Nach einem Sturz mit einem komplizierten Bruch konnte sie nicht mehr in der eigenen Wohnung bleiben. Ihre Tochter Trautel Hilbrandt lebt ganz in der Nähe und kümmert sich um sie. Im Wohnpark ist Johanna Haufe wieder aufgelebt und hat sich gut erholt. Vieles kann sie noch selbstständig erledigen.

„Sie hat früher gern gelesen und viele Bücher verschlungen, war auch an der Hamburger Politik interessiert“, sagt die Tochter. Johanna Haufe liebt die Musik und macht bis heute beim Tanzen oder beim Kegeln mit. Gern sucht sie auch die Gesellschaft ihrer Mitbewohner und hört beim Vorlesen zu. „Wir lachen viel, das ist gesund, hat mein Doktor gesagt“, so die Jubilarin gut gelaunt. Sie konzentriert sich auf das Schöne im Leben.






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erstellt am 25.Sep.2014 | 11:49 Uhr

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