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„Wir hoffen, dass es hier bald sicherer wird“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kritische Verkehrssituation: Gemeindevertretersitzung im Zeichen des toten Motorradfahrers

Es war eine bewegende Geste. Am Ende der Sitzung der Gemeindevertretung in Ammersbek machten die Angehörigen eines kürzlich verstorbenen Motorradfahrers noch einmal auf die kritische Verkehrssituation am Unfallort aufmerksam. „Wir hoffen, dass es hier bald sicherer wird“, sagte Gabriela Eckardt, „das wäre auch im Sinne meines Sohnes.“ Benjamin Eckardt verunglückte an der Einmündung auf die Lübecker Straße bei der Hoisbütteler Mühle tödlich, weil eine Autofahrerin ihn zu spät gesehen und ihm die Vorfahrt genommen hatte. Bei seiner Vollbremsung stürzte der 35-Jährige so unglücklich, dass er dabei sein Leben verlor.

20  000 Fahrzeuge passieren täglich diesen Knotenpunkt nach Hamburg. „Fünf Tote hat es dort bisher gegeben, bitte sorgen sie dafür, dass es nicht noch mehr werden“, appellierte Gabriela Eckardt an die Gemeindevertretung. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Unfall geschieht. „Jeder, der den Ort kennt, weiß, wie gefährlich er ist“, sagte Bürgermeister Horst Ansén. Die Einmündung habe immer wieder tragische Unfälle ausgelöst.

Vor zehn Jahren wurde die Kreuzung umgebaut und eine Mittelinsel errichtet. „Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf“, so Ansén. Darin sei er sich mit den Bürgermeisterkollegen Micheal Sarach und Janhinnerk Voß einig, die diese Forderung unterstützten. Auch alle Fraktionen seien sich einig, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) hier rasch reagieren müsse. Der LBV ist für beide Landesstraßen zuständig, die Gemeinde selbst kann nicht tätig werden. Eine Beschilderung mit Tempolimit reicht bei der heutigen Verkehrsdichte nicht aus“, so Christiane Maas. Es müssten bauliche Veränderungen erfolgen, um das Tempo der Autofahrer zu drosseln. Also entweder ein Kreisverkehr oder eine Ampelanlage. Das schlägt auch Jürgen Kestien vor: „Es gibt dort viele Beinahe- oder Bagatell-Unfälle.“ Eine Besserung sei zwar nicht von heute auf morgen zu erwarten. „Wir wollen aber nicht auf den nächsten Unfall warten, eine auf Dauer ausgerichtete Lösung ist nötig.“ Deshalb beantragte die SPD eine Sondersitzung des Bauausschusses, zu der Vertreter des LBV eingeladen werden. Das wurde jetzt ohne Gegenstimme beschlossen.

Allein in diesem Jahr hat es schon fünf Unfälle gegeben, alle geschahen im morgendlichen Berufsverkehr. Ursache war in vier Fällen eine Missachtung der Vorfahrt. „Mein Sohn fuhr stets vorschriftsmäßig und nicht zu schnell“, sagte Gabriela Eckardt. Nach dem tödlichen Unfall am 27. April ereignete sich ein weiterer am 10. Mai, wieder war ein Motorrad beteiligt. Diesmal ging es zum Glück glimpflich aus.



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